Kritik an Kohlekraftwerk

Naturschützer mit Umweltpolitik in Mecklenburg-Vorpommern unzufrieden

Die Naturschutzverbände haben der Umweltpolitik der vor knapp einem Jahr gebildeten SPD/CDU-Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Besondere Kritik übten die Verbände an dem geplanten Steinkohlekraftwerk in Lubmin.

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Schwerin (ddp-nrd/sm) - Heftige Kritik übten der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Naturschutzbund (NABU), die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) und die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft des Landes am geplanten Steinkohlekraftwerk in Lubmin. Dieses würde mit dem Greifswalder Bodden eines der empfindlichsten Ökosysteme Mecklenburg-Vorpommerns gefährden.

Kritik äußerte Jochen Lamp vom WWF an den Planungen der Landesregierung für Windparks auf See und dem Kraftwerk in Lubmin. "Vielfach halte sich sie Regierung nur noch an Minimalstandards", sagte er. Stattdessen bräuchte die Ostsee mittlerweile in "radikales Sanierungsprogramm". Positiv sei in diesem Zusammenhang, dass Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) seinen Widerstand gegen einen Ostseeaktionsplan aufgegeben habe, sagte er. Das Programm soll den Angaben zufolge im November bei einer Konferenz der Anrainerstaaten in Krakau beschlossen werden.

Die Linke-Fraktion im Landtag schloss sich der Kritik der Verbände an. Gerade das Kraftwerk in Lubmin widerspricht nach Angaben der umweltpolitischen Sprecherin Birgit Schwebs allen Bemühungen, den Ausbau regenerativer Energien voranzutreiben und den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren.