NaturEnergie Chef gegen "Stadtwerke- Wegezoll"

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
"Die Benachteiligung der umweltfreundlichen Wasserkraft durch die Bundesregierung nimmt langsam groteske Formen an" - mit diesen Worten kommentierte heute Kai-Hendrik Schlusche, Vorstand der NaturEnergie AG (Grenzach-Wyhlen) die Absicht der Bundesregierung, den Strom um voraussichtlich 0,2 Pfennig pro Kilowattstunde zu verteuern. Mittels dieses finanzpolitischen Eingriffs sollen Stadtwerke unterstützt werden, die Strom in Anlagen der Kraft-Wärme-Koppelung produzieren.



"Die wirtschaftliche Situation der Wasserkraftwerke ist eher schlechter als die der Kraft-Wärme-Koppelung", so Schlusche. Die Stromkosten aus Wasserkraft seien im Vergleich zu alten Atom- und Braunkohlekraftwerken "drei bis viermal höher" - dabei sei die Umweltfreundlichkeit der Wasserkraftwerke unübertroffen. "Wasserkraftwerke produzieren ohne schädliche Abgase, ohne Kohlendioxid und ohne Atommüll. Rund vier Prozent der Energie in Deutschland wird auf diese Weise regenerativ bereit gestellt, weit mehr, als Wind und Sonne derzeit leisten", so Schlusche.



Ungeachtet dieser Fakten müssten die großen Wasserkraftwerke neben dem Wasserzins die volle Ökosteuer entrichten. Künftig solle nun auch noch dieser - so Schlusche wörtlich - "Stadtwerke-Wegezoll" hinzukommen, obwohl immer mehr Stadtwerke zu den preisaggressiven Mitbewerbern auf dem bundesweiten Markt gehörten. "Macht die Bundesregierung so weiter, dann gehen die traditionsreichen Wasserkraftwerke am Hochrhein bald baden", sagte Schlusche. Aus diesem Grund bekräftige die NaturEnergie AG ihre Forderung, auch die großen Wasserkraftwerke von der Öko-Steuer zu befreien, um derart "die Wettbewerbsverzerrung zu beenden".