NaturEnergie AG kritisiert Missbrauch des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

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Bei der Einweihung einer Solarstromanlage in Gottmadingen hat Kai-Hendrik Schlusche, Vorstand der NaturEnergie AG, am vergangenen Samstag deutliche Kritik am Missbrauch des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geübt. Das EEG ist seit 1. April 2000 in Kraft. Es verleite, so Schlusche, einige Anbieter dazu, ihren Strom doppelt zu vermarkten und die Kunden zu täuschen. "Wer Strom, der durch das EEG gefördert wurde, zusätzlich als Ökostrom verkauft, ist unseriös", sagte Schlusche. Bei Ökostrom der Marke Natur-Energie Gold könne der Kunde sicher sein, dass sein Beitrag wirklich zum Bau neuer Anlagen verwendet werde, die sonst nicht entstanden wären.


Die Solarstromanlage auf dem Dach des Höhenfreibades Gottmadingen umfasst 200 Quadratmeter und produziert rund 17.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Damit können im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk zwölf Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart werden. Betreiber der Anlage ist die High Solar GmbH, Ulm. Der erzeugte Strom wird komplett von der NaturEnergie AG, Grenzach-Wyhlen, abgenommen - also nicht über das EEG vergütet. Die langfristige Abnahmegarantie des südbadischen Ökostrom-Händlers hat den Bau der Solaranlage ermöglicht. Diese vertragliche Verpflichtung gibt dem Anlagenbauer Planungssicherheit, was eine gesetzliche Förderung über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren nicht garantieren kann.


Die NaturEnergie AG sieht nur dann eine Chance für den Ausbau erneuerbarer Energien, wenn sich die Verbraucher bewusst für Ökostrom entscheiden und so mitbestimmen, welcher Strom produziert wird. Die EEG-Förderung wird über ein kompliziertes System auf alle Stromkunden umgelegt. Sie hat nichts mit der persönlichen Entscheidung eines Stromkunden zu tun, nur noch Energie aus regenerativen Quellen beziehen zu wollen. Die NaturEnergie AG hat bislang fünf große neue Solarstromanlagen mit einer Gesamtfläche von 1.770 Quadratmetern und einer Leistung von bis zu 163 Kilowatt unter Vertrag. Den größten Teil ihres Angebotes an regenerativem Strom bezieht die NaturEnergie aus den Wasserkraftwerken am Hochrhein.