NaturEnergie AG kritisiert fünf Megawatt-Grenze im Energieeinspeisungsgesetz

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Viele große Wasserkraftwerke werden nach Ansicht der NaturEnergie AG (Grenzach-Wyhlen) auf Dauer stillgelegt, wenn die Einschränkungen im durch den Bundesrat behandelten "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien" (EEG) nicht in absehbarer Zeit aufgehoben würden. Damit sei mehr als die Hälfte der momentan in Deutschland erzeugten Menge an regenerativer Energie gefährdet. Die NaturEnergie AG fordert die Bundesregierung auf, das Gesetz nachzubessern und ebenso wie derzeit die Kleinwasserkraftwerke auch Neubauten und Modernisierungen von großen Wasserkraftwerken mit einer Leistung von mehr als 5 Megawatt zu fördern.


Als Dammbruch für die heimische Wasserkraft kritisiert die NaturEnergie AG die Auffassung des amtierenden Bundeswirtschaftsministers Werner Müller. Dieser war am 29. Februar, auf die Fördermöglichkeiten des geplanten Wasserkraftwerks Neu-Rheinfelden angesprochen, im Südwestrundfunk (SWR) mit folgender Aussage an die Öffentlichkeit getreten: "Wenn ich 80 oder 90 Millionen Mark nur in eine einzige Anlage stecke, mit dem Ziel CO2-freien Strom zu bekommen, dann würde ich ihn lieber aus Skandinavien importieren." "Während die Bundesregierung das Haus der regenerativen Energie in Deutschland um das Doppelte aufstocken möchte, ist Minister Müller dabei, das Fundament zu unterminieren," sagte Andreas Fußer, Vorstand der NaturEnergie AG. Wenn die fünf Megawatt-Grenze im Gesetz bestehen bliebe, würden alte Wasserkraftwerke, die erneuert werden müssen, einfach stillgelegt. Durch die hohen Investitionen könnten sie nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, erklärte Fußer. Und nachdem viele große Wasserkraftwerke in den kommenden Jahren zur Modernisierung anstünden, könne die Bundesregierung ihr Ziel, den Anteil der regenerativen Energien am gesamten Strommarkt bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln, nicht erreichen, erklärte Fußer.


Der Neubau des Kraftwerks Rheinfelden, eine Anlage von der die NaturEnergie AG Ökostrom bezieht, würde die Energiegewinnung auf jährlich 600 Millionen Kilowattstunden verdreifachen, und der Umwelt einen Ausstoß von jährlich 600.000 Tonnen Kohlendioxid ersparen, verglichen mit einem Kohlekraftwerk gleicher Leistung. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist abgeschlossen, die Behörden haben grünes Licht für den Bau gegeben. Bei der NaturEnergie AG heißt das Projekt "Dornröschenkraftwerk". Es muss nur noch wachgeküsst werden. Die nötigen Investitionen von 870 Millionen Mark stellen für den Kraftwerksbetreiber, die Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR), im liberalisierten Strommarkt ein hohes wirtschaftliches Risiko dar. Ohne staatliche Hilfe kann dieses größte Projekt zur Nutzung regenerativer Energien in Deutschland nicht verwirklicht werden.