Naturenergie AG gegen Stadtwerke Waldshut-Tiengen: Markenstreit um "Hochrheinstrom"

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Wenn es um Kundentäuschung geht, versteht der bekannte Ökostromanbieter Naturenergie AG aus Grenzach-Wyhlen keinen Spaß. Aus diesem Grund hat das Unternehmen eine einstweilige Verfügung gegen die Stadtwerke Waldshut-Tiengen beantragt. Diese hatten in einer bundesweiten Kampagne mit dem Namen "Hochrheinstrom" für ihr Stromprodukt geworben.


"Der Name Hochrheinstrom assoziiert, dass der Strom aus der Kraft des Hochrheins, zumindest aber aus Wasserkraft gewonnen wird", erklärt Thomas Zwigart, Pressesprecher der Naturenergie-Tochter EnergieDienst Rheinfelden dem strom magazin auf Anfrage. "Dies ist aber bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen nicht der Fall. Der Stadtwerke-Strom wird hauptsächlich in einem Atomkraftwerk gewonnen und kommt nur zu einem kleinen Teil aus österreichischer Wasserkraft. Er wird nicht im Hochrhein oder im Hochrheingebiet produziert", stellt Zwigart klar. Mit dieser Begründung hat die Naturenergie AG eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Freiburg beantragt, über die am kommenden Montag entschieden werden soll. Der Richter hat sich für sein Urteil 14 Tage genommen, um insbesondere eine von der Naturenergie AG vorgelegte Kundenbefragung zu prüfen. Mit dieser repräsentativen Umfrage belegt der Ökostromanbieter, dass etwa 85 Prozent der befragten Verbraucher den Namen "Hochrheinstrom" mit der Gewinnung von Strom aus Wasserkraft verbinden. "Mit dieser Namensgebung täuschen die Stadtwerke Waldshut-Tiengen demnach ihre Kunden", bilanziert Zwigart.


Die Stadtwerke hingegen argumentieren bei der Namengebung mit dem Standort des Unternehmens, das direkt am Hochrhein angesiedelt ist. Bei dieser Wettbewerbsstreitigkeit kommt es jetzt auf die Wahrnehmung des Richters an, ob er der einstweiligen Verfügung am kommenden Montag zustimmt oder nicht.