Pro Optionsmodell

natGAS: Netzzugangsmodell braucht mehr Übergangszeit

Der Potsdamer Gasanbieter natGAS ist skeptisch, dass das neue Zweivertragsmodell für den Zugang zum Gasnetz so schnell wie von der Bundesnetzagentur gewünscht umgesetzt werden kann. Im Sinne von Planungssicherheit für Transporteuere forderte er daher, übergangsweise das Optionsmodell beizubehalten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (red) - Einen Monat vor Beginn des neuen Gaswirtschaftsjahres warnt der Potsdamer Gasanbieter natGAS AG vor dem angekündigten Wechsel zum neuen Netzzugangsmodell und bleibt damit auf Distanz zu einigen Netznutzerverbänden. Seiner Ansicht nach muss das Optionsmodell parallel solange beibehalten werden, bis ein "wettbewerbsgerechtes, in allen Facetten ausgestaltetes" Zweivertragsmodell vorliege.

Der enge Zeitplan der Bundesnetzagentur und die strikte Ablehnung eines parallel anwendbaren Optionsmodells seitens einiger Netznutzer entsprechen nach den Erfahrungen von natGAS nicht den Erfordernissen eines sicheren und effizienten Erdgastransports. Wichtige Detailfragen wie Datenübertragung, Gleichpreisigkeit bei den Netzentgelten oder Bilanzausgleich seien nach wie vor ungelöst und stünden einer kostengünstigen und praktikablen Netznutzung im Rahmen des Zweivertragsmodells entgegen, hieß es aus Potsdam.

"Unsere Kritik ist kein Plädoyer für die alte Welt, sondern für verlässliche und marktgerechte Netzzugangsvoraussetzungen", betonte Jörg Bauth, natGAS-Vorstandsvorsitzender. "Die Entscheidung für das Zweivertragsmodell tragen wir mit, jedoch nur mit einer geregelten Übergangsphase."

natGas vermutet, dass bis zur vollen Funktionsfähigkeit und alleinigen Gültigkeit des Zweivertragsmodells noch drei bis vier Jahre vergehen werden. "Neben visionären Vorstellungen müssen operative Belange wie Planungssicherheit für Transporteure und Vertrauensschutz für laufende Verträge berücksichtigt werden", forderte Bauth daher und appellierte an die Bundesnetzagentur, ihren Zeitplan nicht am "Wünschenswerten" sondern am "Machbaren" zu orientieren.