Billige Ausrede

natGas: Gaspreiserhöhungen nicht notwendig

Detlef Weidemann, Vertriebsvorstand der natGAS AG aus Potsdam, hat den Verweis auf Ölpreisbindung als "billige Ausrede" der etablierten Gasversorger für Preiserhöhungen bezeichnet. Obwohl er eine Ölpreisbindung nicht generell ablehnt, sei sie eine Verhandlungssache zwischen Produzenten und Importeuren.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Potsdam (red) - Zahlreiche Gasversorger erhöhen zum 1. Januar 2005 die Erdgaspreise. Weitere Preiserhöhungen zum 1. April 2005 sind bereits angekündigt. Gegenüber den Verbrauchern werden die Steigerungen mit dem im Sommer stark angezogenen Ölpreis begründet. Von den Lieferländern sei eine Preisbindung vorgegeben. "Die Preiserhöhungen sind nicht zwingend", sagt jedoch Detlef Weidemann, Vertriebsvorstand der natGAS Aktiengesellschaft aus Potsdam.

Obwohl er die Ölpreisbindung bei langfristigen Erdgas-Bezugsverträgen sinnvoll findet, sei sie bei Lieferverträgen nicht unumgänglich, sondern eine Verhandlungssache zwischen Produzenten und Importeuren. "Die Weitergabe der Preisbindung und das einfache Aufschlagen einer Marge in jeder Verteilstufe ist ein sicheres Geschäft in einem noch weitgehend monopolisierten Erdgasmarkt", erläutert Weidemann. Am Ende der Lieferkette hätte der Kunde das volle Preisrisiko zu tragen. Mit energiewirtschaftlicher Leistungserbringung durch die Versorger hat das jedoch seiner Meinung nach nichts mehr zu tun.

Jeder Gasversorger sollte in der Lage sein, aus Preisbindungen kundenfreundliche Produkte wie Festpreise oder variable Preise mit Ober- und Untergrenzen zu generieren. "Wir haben unsere Kunden mit Festpreisen gegen solche dramatischen Preissteigerungen abgesichert. Das angebliche Vorgegebensein der Preisbindung entlarvt sich als billige Ausrede der etablierten Gasversorger."