Vorsorge

Nach Tornado unterirdische Stromleitung in Hamburg geplant

Gut zwei Monate nach einem Tornado im Hamburger Stadtteil Harburg plant das zuständige Bezirksamt, eine oberirdische Stromleitung unter die Erde zu verlegen. Damit solle die risikoreiche Kreuzung zweier Überlandleitungen vermieden werden, sagte Harburgs Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg am Montag auf ddp-Anfrage.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Tornado hatte Ende März eine Spur der Verwüstung in Harburg hinterlassen. Auf einer Baustelle wurden drei Kräne umgerissen, von denen zwei noch besetzt waren. Die beiden Kranführer kamen ums Leben.Zwei weitere Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. Zudem wirbelte der Sturm das Blechdach einer Lagerhalle in die Luft. Große Teile des Dachs verfingen sich in 80 Metern Höhe in mehreren Freileitungen und verursachten Kurzschlüsse und Stromausfälle. Davon waren rund 67 100 Haushalts- und knapp 10 600 Gewerbekunden betroffen.

Der Energieversorger Vattenfall habe die Kosten auf 2,9 Millionen Euro geschätzt. Meinberg sieht neben der Vermeidung von Stromausfällen auch Vorteile für die künftige Wohnbebauung in Harburg.

Vattenfall sieht unterdessen nicht die Notwendigkeit einer unterirdischen Stromleitung. "Es hat noch nie zuvor an dieser Stelle in Harburg einen Tornado gegeben und wird es höchstwahrscheinlich auch nicht mehr geben. Darum sehen wir keinen Anlass, uns mit so einem aufwändigen Bauprojekt abzusichern", sagte Unternehmenssprecher Ivo Banek auf Anfrage. Die Reparatur- und Austauscharbeiten an den beim Tornado beschädigten Stromleitungen seien abgeschlossen. Der Energieversorger bezifferte die Kosten dafür auf rund drei Millionen Euro.

Nach Angaben von Meinberg sind weitere Gespräche zwischen der Stadt und Vattenfall zu dem Thema vorgesehen.