Ursachenforschung

Nach neuem Leukämiefall Untersuchungen gefordert [Upd.]

Zu der Häufung von Leukämiefallen in der Elbmarsch wollen die Grünen mit einem Dringlichkeitsantrag die Landesregierung Schleswig-Holsteins zu einem Bericht auffordern. Nach Angaben der Bundesregierung gibt es keinen Zusammenhang zum Kernkraftwerk Krümmel.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel/Berlin (ddp/sm) - Es sei tragisch, dass die Ursachen für die Häufung von Krebserkrankungen bisher nicht aufgeklärt seien, sagte die Grünen-Landesvorsitzende Marlies Fritzen in Kiel. Weitere Untersuchungen seien dringend erforderlich.

Am Mittwoch war die Erkrankung eines zwölfjährigen Mädchens aus Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg bekannt geworden. Seit 1989 sind damit bereits 16 Kinder in der Umgebung des Kernkraftwerkes Krümmel und der Kernforschungsanlage GKSS in Geesthacht an der schweren Blutkrankheit erkrankt.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion bezeichnet die Bundesregierung die Häufung der Leukämie-Fällen in Geesthacht als "offenbar zufällig". Es gebe keine Belege dafür, dass das nah gelegene Atomkraftwerk Krümmel etwas mit den Erkrankungen zu tun habe.

Die Abgeordneten der Linksfraktion sehen die Häufung "statistisch hoch signifikant". Eine natürliche Ursache sei "extrem unwahrscheinlich". Sie berufen sich auf Medienberichte, denen zufolge am 12. September 1986 eine erhöhte Strahlenbelastung in Geesthacht gemessen wurde. Die Bundesregierung weist die Ausführungen der Linksfraktion zurück. Die zugrunde liegenden Messdaten seien bis heute nicht wissenschaftlich belegt. Eine zufällige Leukämiehäufung sei zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen.

Mehrere Expertenkommissionen hätten sich mit den Krankheitsfällen in Geesthacht beschäftigt, ohne eine Ursache feststellen zu können. Auch dem Bundesumweltministerium lägen keine Daten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor, die auf eine erhöhte Strahlung in Geesthacht hinwiesen, so die Bundesregierung.