Zwischenfall

Nach Brand: Kernkraftwerk in Schweden abgeschaltet

Auf dem Gelände des südschwedischen Atomkraftwerkes Ringhals ist in der Nacht zum Dienstag ein Feuer ausgebrochen, der zügig gelöscht worden sei. Der betroffene Reaktor bleibt nach Betreiberangaben bis auf weiteres abgeschaltet. Greenpeace forderte eine möglichst rasche Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Väröbacka (ddp/sm) - Der Brand sei "kurz nach Mitternacht" in einem der vier Transformatoren des Kraftwerks entstanden, sagte der Sprecher des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Torsten Bohl, am Dienstag auf ddp-Anfrage.

Der Brand sei schnell gelöscht worden, Radioaktivität sei bei dem Vorfall nicht ausgetreten. Die Sicherheit des Reaktors sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen, versicherte der Sprecher. Die gesamte Kernkraftwerksanlage bleibe allerdings "für mindestens zwei Wochen" abgeschaltet.

Die Brandursache wird nach Angaben des Sprechers gegenwärtig noch untersucht. Der durch das Feuer zerstörte Transformator befinde sich außerhalb des Reaktorgebäudes. Er ist einer von vier Transformatoren, die das gesamte Areal mit Strom versorgen.

Das Atomkraftwerk Ringhals ist mit einer Leistung von 1000 Megawatt nach Angaben von Vattenfall der größte Reaktor in Skandinavien. Die Anlage befindet sich an der Südwestküste Schwedens 60 Kilometer südlich von Göteborg, nahe der Grenze zu Dänemark. Es wird gemeinsam von den Energiekonzernen E.ON und Vattenfall betrieben.

Bereits Ende Juli war es im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem die Notstromversorgung zum Teil unterbrochen wurde. Der Vorgang hatte auch in Deutschland die Diskussion über Sicherheitsstandards in Atommeilern wieder neu aufleben lassen.

Als Reaktion auf den Unfall forderte die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Bundesregierung auf, den alten Atomkraftwerke in Deutschland sofort die Betriebserlaubnis zu entziehen und alle weiteren Atomkraftwerke so schnell wie technisch möglich abzuschalten. "Es liegt in der Natur einer so komplexen Technologie, dass sie nicht wirklich zu beherrschen ist. Weil die gesundheitlichen Auswirkungen von Nuklearunfällen aber so gewaltig sind, dürfen Atomkraftwerke nicht betrieben werden." sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace.

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