Reaktionen

Nach Brand in Krümmel: Abschaltung der Kernkraftwerke gefordert

Sowohl auf Seiten der SPD als auch bei den Grünen wurden nach den Zwischenfällen in Brunsbüttel und Krümmel erneut Forderungen laut, die Kernkraftwerke abzuschalten. Ein Festhalten an den Ausstiegsplänen sei das Mindeste, was getan werden müsse.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Geesthacht/Hannover (ddp/sm) - Nach den Zwischenfällen in den beiden schleswig-holsteinischen Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel hat die Kieler Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) Forderungen nach einer Abschaltung der Reaktoren bekräftigt. "Es wird immer aufwändiger, die Sicherheit in diesen alten Reaktoren auch wirklich sicherzustellen", sagte Trauernicht am Freitag dem Radiosender NDR Info. Dies mache deutlich, warum die im Rahmen des Atomkonsenses geplante Abschaltung eine "vernünftige Entscheidung" sei.

Zur Ursache des Brandes in Krümmel und der Abschaltung nach einer Netzstörung in Brunsbüttel am Donnerstag könne derzeit noch nichts gesagt werden, sagte Trauernicht. Sachverständige seien vor Ort, um die Kraftwerke zu untersuchen. Trauernicht erwartet bereits am Wochenende erste Zwischenergebnisse.

Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel war am Donnerstag ein Transformator durch ein Feuer zerstört worden. Nach Angaben des Betreibers Vattenfall war der Brand aus bisher unbekanntem Grund außerhalb des Reaktorgebäudes auf dem Hof des Kraftwerks ausgebrochen. Anschließend wurde der Reaktor sicherheitshalber heruntergefahren. Es soll dabei kein radioaktives Material ausgetreten sein. Bereits gut anderthalb Stunden zuvor war das Kernkraftwerk Brunsbüttel wegen einer Netzstörung heruntergefahren worden.

Auch die Grünen haben ihre Forderung nach einem Festhalten am Atomausstieg bekräftigt. "Die Vorfälle zeigen: Es ist unverantwortlich, an den Sicherheitsfragen achtlos vorbeizugehen, wie es die Atomlobby gern täte", sagte der Parteivorsitzende Reinhard Bütikofer der "Neuen Presse" (Freitagsausgabe) aus Hannover. Eine Laufzeitverlängerung, wie von Unionspolitikern und Kraftwerksbetreibern angestrebt, sei "politisch inakzeptabel", sagte Bütikofer.

Die grüne Europaabgeordnete Rebecca Harms sagte der Zeitung: "In jedem Akw, das in Betrieb ist, kann sich jeden Tag ein schwerer Störfall ereignen und wenn diese keine schweren Folgen haben, dann haben wir Glück gehabt." Nach Ansicht der Politikerin gehört Krümmel "zu jenen Reaktoren, für die es gute Gründe gibt, sie stillzulegen". Das Mindeste sei, sie zu dem Zeitpunkt abzuschalten, der im Atomkonsens vereinbart wurde.