NABU warnt Grüne vor Nachgiebigkeit in Atomausstiegsdebatte

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In der Debatte um den Atomausstieg hat der Naturschutzbund NABU die Grünen davor gewarnt, sich auf eine Gesamtlaufzeit der Reaktoren von 30 Jahren einzulassen, die zudem erst in drei Jahren in Kraft treten soll. "Diese Festlegung würde dazu führen, dass in dieser Legislaturperiode kein einziger der 19
deutschen Reaktoren vom Netz gehen würde"; kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Wenn der Atomausstieg in dieser Legislaturperiode nicht dadurch begonnen werde, dass Kraftwerke tatsächlich stillgelegt werden, sei dies das Ende der Glaubwürdigkeit dieser Bundesregierung, so Billen weiter. Die
Festlegung auf 30 Jahre Gesamtlaufzeit sei zudem ohne erkennbaren Zwang geschehen, da nach selbst nach Rechtsgutachten der Bundesregierung eine entschädigungsfreie Stillegung bereits nach 25
Betriebsjahren möglich sei.



NABU-Geschäftsführer Billen wies darüber hinaus auf den Zusammenhang zwischen Atomausstieg und Atommüllentsorgung hin. Die Bundesregierung müsse mit erheblichen Widerständen aus den Reihen von
Anti-Atomkraft-Gruppen und Umweltverbänden gegen Ihre Entsorgungspläne rechnen, wenn es bei diesen langen Ausstiegsfristen bleibt. "Wenn die Bundesregierung bei uns um Akzeptanz für die anvisierten Übergangslösungen zur Atommüllentsorgung werben will, muss sie wissen, dass kurze Restlaufzeiten hierfür die Voraussetzung sind", so Billen. Standortnahe Zwischenlager mit Aufnahmekapazitäten von 20 Betriebsjahren oder gar mehr werde der NABU ebenso wenig akzeptieren wie die Wiederaufnahme von Transporten abgebrannter Brennelemente, solange deren Kontaminationsfreiheit nicht garantiert
werden könne.