NABU verurteilt Genehmigung für Castor-Transporte

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Naturschutzbund NABU hat die heute bekannt gewordenen Genehmigungen für fünf innerdeutsche Castor-Transporte innerhalb der nächsten zwei Jahre als "skandalös" bezeichnet. NABU-Präsident Jochen Flasbarth warf der Bundesregierung vor, sich mit dieser Entscheidung kurz vor Wiederaufnahme der Konsensgespräche selbst immer weiter ins Aus zu manövrieren: "Ohne Not präsentiert die Bundesregierung der Atomindustrie die Möglichkeit der Pseudo-Entsorgung auf dem Silbertablett und gibt damit ihr schlagkräftigstes Argument für einen raschen Ausstieg - die ungesicherte Entsorgung - aus der Hand." Der NABU frage sich nun, auf was die Bundesregierung bei den Ausstiegsverhandlungen noch setzen wolle: "30 Jahre Laufzeit, fünf genehmigte Castor-Transporte - die Energiewirtschaft zittert schon jetzt vor Angst angesichts des rot-grünen Kuschelkurses!"



Für den NABU bestehen nach wie vor erhebliche Zweifel an der Sicherheit der Castor-Transporte. Eine erneute Grenzwertüberschreitung durch Oberflächenkontamination sei bei dem derzeitigen Behälterkonzept keineswegs auszuschließen. "Vor allem aber ist es Augenwischerei, das Verbringen von abgebrannten Brennelementen in Zwischenlager als Entsorgungsweg zu deklarieren", so Flasbarth. Eine echte Entsorgung, also ein langzeitsicheres Endlager, sei derzeit nicht in Sicht und vermutlich nie zu realisieren. Folgerichtig müsse die Atommüllproduktion durch einen raschen Atomausstieg beendet werden sagte Flasbarth: "Wenn meine Badewanne überläuft, drehe ich doch zuerst den Wasserhahn zu, bevor ich den Wischlappen hole".



Zuvor hatten bereits Greenpeace (lesen Sie hier) die Genehmigung für Castor-Transporte kritisiert.



(ots)