Vertretbar

NABU unterstützt geplante Solaranlage im Saarland

Im Gegensatz zum BUND hält der Naturschutzbund Saarland (NABU) die Planungen für die weltweit größte Solaranlage in Bliesransbach "für vertretbar", aus naturschutzfachlicher Sicht gäbe es keine Argumente gegen deren Einrichtung. Allerdings sollte der Ortsrat auf einige Vorbedingungen bestehen.

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Bliesransbach (ddp-rps/sm) - Der Naturschutzbund Saarland (NABU) hält die Planungen für die weltweit größte Solaranlage in Bliesransbach "für vertretbar". Insbesondere gebe es aus naturschutzfachlicher Sicht keine Argumente gegen deren Einrichtung, sagte der Landesvorsitzende Ulrich Heintz am Donnerstag in Bliesransbach.

Die Firma Shell will dort die weltweit größte Fotovoltaikanlage errichten. Der Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte die Errichtung der Anlage in dem Ort am Mittwoch abgelehnt.

Allerdings empfehle er dem Ortsrat von Bliesransbach, auf einige Vorbedingungen zu bestehen, betonte Heintz. So solle klargestellt werden, dass auf dem Gemeindegebiet künftig keine weiteren Projekte dieser Art zugelassen würden. Die Solarmodule müssten auch so aufgestellt werden, dass unter und zwischen den Modulreihen eine extensive Grünlandbewirtschaftung möglich bleibe. Dabei müsse der Einsatz synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel ebenso wie der Einsatz von Chemikalien zur Pflege der Module und der Aufständer ausgeschlossen werden.

Außerdem sei ein zehnjähriges Monitoring über die Entwicklung gefährdeter Tierarten im Umkreis von 500 Metern um die Anlage sinnvoll. Sollten die genannten Auflagen erfüllt werden, könne die Gemeinde ein "symbolhaftes Zeichen für eine künftige umweltschonende Energieversorgung setzen", sagte Heintz.

Negativ bewerten hingegen die saarländischen Grünen die geplante Großanlage. Man begrüße zwar grundsätzlich die verstärkte Energiegewinnung durch regenerative Energieträger, betonte der umweltpolitische Grünen-Sprecher Klaus Borger. Allerdings sei es unsinnig, dafür industriell unbelastete Standorte zu nutzen. "Im Saarland gibt es eine Vielzahl von Flächen, die deutlich besser geeignet wären, um entsprechende Projekte zu verwirklichen", fügte er hinzu.

Er forderte in diesem Zusammenhang die Schaffung regionaler Solarparks auf Industriebrachen und anderen belasteten Flächen wie ehemaligen Abraumhalden oder Deponiestandorten. Zudem müssten Dachflächen auf Gebäuden stärker in die Energiegewinnung einbezogen werden, betonte Borger.