Gemeinsamkeit

NABU und UVS legen Kriterien für naturverträgliche Solarparks vor

Der Naturschutzbund (NABU) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) haben gemeinsam einen Kriterienkatalog für die naturverträgliche Errichtung so genannter Photovoltaik-Freiflächenanlagen (Solarparks) veröffentlicht. Er soll helfen, Fehlentwicklungen zu vermeiden und bestehende Anlagen zu optimieren.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Interessensvertreter von Naturschutz und Solarbranche wiesen heute in Berlin darauf hin, dass die ökologischen Kriterien über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinausgehen. Mit der Herausgabe des Kriterienkataloges sei der Appell an Projektierer und Betreiber verbunden, die Anforderungen zukünftig bei der Standortwahl und dem Betrieb von ebenerdig errichteten solaren Großanlagen zu berücksichtigen. Der Kriterienkatalog umfasst rund 20 Empfehlungen für Standortwahl, Ausgestaltung und Betrieb von Solarparks, die insbesondere den Erhalt und die Verbesserung der biologischen Vielfalt auf der Anlagenfläche und in deren Umgebung dienen.

Rund zehn Prozent der neu installierten Solarstromleistung werden laut UVS in Deutschland gegenwärtig auf Freiflächen (vor allem auf Industriebrachen oder Konversionsflächen) errichtet. 90 Prozent der Anlagen würden auf oder an Gebäuden errichtet bzw. in die Gebäudehülle integriert. "Der Ausbau der Solarenergienutzung ist eine Zukunftsaufgabe, bei der alle an einem Strang ziehen müssen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Daher sei es wichtig, dass es keine Entwicklungen gebe, die zu unnötigen Auseinandersetzungen führten. Freiflächenanlagen spielten in der Phase des Übergangs zur Massenproduktion von Solarzellen für die Solarwirtschaft eine wichtige Rolle, seien jedoch unter Natur- und Landschaftsschützern nicht immer unumstritten. "Die jetzt vorgelegten Kriterien bieten eine wichtige Chance dafür, den Ausbau der Photovoltaik im Einklang mit dem Naturschutz voranzutreiben", so Tschimpke.

Auch Carsten Körnig, Geschäftsführer der UVS, betonte, dass der Ausbau der Solarenergienutzung nur im Einvernehmen zwischen Solarwirtschaft und Umweltverbänden erfolgreich sein könne. "Wir werden unseren Mitgliedsunternehmen nahe legen, den Kriterienkatalog im Sinne einer Selbstverpflichtung zu beherzigen", so Körnig. Chancen sehe er auch in der konkreten Zusammenarbeit zwischen Planern und den NABU-Gruppen vor Ort: "Die frühzeitige Einbeziehung von Natur- und Landschaftsschutzinteressen hilft nicht nur, die Natur zu schützen, sondern auch die Akzeptanz von Solarparks zu steigern und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, da unnötige Interessenkonflikte bereits im Ansatz vermieden werden."

Der Kriterienkatalog kann auf den Internetseiten von NABU und UVS heruntergeladen werden.

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