Klimaschutz

NABU und LNV fordern Verbesserungen Wärmegesetz in BW

Mit einem neuen Wärmegesetz will Baden-Württemberg seine Bürger zum Einbau von klimafreundlichen Heizungen verpflichten. NABU und LNV begrüßen das Gesetz, kritisieren jedoch, dass es nur auf Wohngebäude abzielt. Zudem sollten die Pflichtanteile an Erneuerbaren Energien dynamisch erhöht werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Mit dem Wärmegesetz leistet das Land "zum Einbau von klimafreundlichen Heizungen", meinen Vorsitzenden des NABU Baden-Württemberg, Dr. Stefan Rösler und des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg (LNV), Reiner Ehret. "Mit Solarthermie, Pelletsheizung oder Kraft-Wärme-Kopplung kann und muss zukünftig jeder einzelne einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten."

Jedoch fordern die Verbände Verbesserungen an dem Gesetz. "Der Pflichtanteil von 20 Prozent kann nur ein Anfang sein", sagt Rösler. Die Pflichtanteile sollten basierend auf einem Erfahrungsbericht nach zwei Jahren schrittweise erhöht und gegebenenfalls differenziert werden. Diese Dynamisierung müsse bereits jetzt angekündigt und im Gesetz verankert werden. Zudem sollte das Gesetz, dass sich derzeit ausschließlich auf Wohngebäude bezieht, auch auf Bürogebäude ausgeweitet werden.

Positiv werten die Naturschutzverbände, dass neben Neubauten auch der Altbestand an Wohngebäuden einbezogen wird. Allerdings sei ein Pflichtanteil von 10 Prozent zu gering angesetzt, dieser müsse auf 15 Prozent erhöht werden, fordert Ehret. Zudem kritisieren die Verbände, dass die Regelung für Neubauten bereits zum 1. April 2008, die für ältere Gebäude aber erst zwei Jahre später in Kraft treten soll.

Weiteren Verbesserungsbedarf sehen NABU und LNV beim Thema Biomasse: "Biogas und Bioöl sind zu schade, um sie einfach nur im Heizkessel zu verbrennen", daher sollten diese "nur angerechnet werden, wenn man sie in einer effizienten Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung verwertet", so die beiden Vorsitzenden.