Forderung

NABU: Mindestkriterien für Biokraftstoffe festlegen

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat zum Start der Internationalen Grünen Woche in Berlin vor überzogenen Erwartungen an der Nutzung von Biomasse als Kraftstoff gewarnt. Sie seien kein Allheilmittel zur Senkung der Klimabelastung im Automobilsektor, warnte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Angesichts des sich beschleunigenden Klimawandels und der Abhängigkeit von Erdölimporten, könnten und müssten Biokraftstoffe einen entscheidenden Beitrag zur Kraftstoffbereitstellung leisten. Eine Strategie zur Senkung der Klimagasbelastung durch den Kfz-Verkehr müsse allerdings den Gesamtverbrauch der Fahrzeuge berücksichtigen.

"Biokraftstoffe können nur in Kombination mit deutlich sparsameren Fahrzeugen zu einer höheren Klimaverträglichkeit des Verkehrs beitragen", so Tschimpke. Der NABU-Präsident forderte EU-Industriekommissar Verheugen und Bundesumweltminister Gabriel auf, der Automobilindustrie weder zum aktuellen noch zu zukünftigen CO2-Reduktionszielen die Verwendung von Biokraftstoffen anteilig als Gutschriften anzurechnen.

Der kürzlich vorgestellte EU-Fortschrittsbericht zur Biokraftstoffrichtlinie schlage zwar ein realistisches Ausbauziel von zehn Prozent Biokraftstoffen am Gesamtkraftstoffmarkt bis zum Jahr 2020 vor. "Es wurden aber keine ökologische Mindestkriterien zur Herstellung definiert", bemängelte der NABU-Präsident. "Es ist zu befürchten, dass die Mineralölkonzerne auf vergleichsweise günstiges Palmöl und Ethanol auf dem Weltmarkt zurückgreifen und damit den Druck auf tropische Regenwälder dramatisch erhöhen", so Tschimpke.

Notwendig seien ein international wirksames Zertifizierungssystem sowie eine anspruchsvolle Nachhaltigkeitsverordnung zum Biokraftstoffquotengesetz. "Wir machen uns etwas vor, wenn wir Biokraftstoffe per se als "grüne Energie" bezeichnen. Sie sind dies nur dann, wenn sie eine positive Öko- und Energiebilanz aufweisen", sagte Tschimpke.

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