NABU kritisiert angeblichen Abschaltplan der Atomkraftwerkbetreiber

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Als "Kuckucksei in der Ausstiegsdebatte" hat der Naturschutzbund NABU den von der "Berliner Zeitung" veröffentlichten angeblichen Vorschlag der Energieversorgungsunternehmen zum Atomausstieg bezeichnet. "Sollte sich der Bericht bestätigen, dann wäre dies ein neuer Versuch der Atomindustrie, Bundesregierung und Öffentlichkeit über den Tisch zu ziehen", kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Aus Angst vor einem gesetzlich geregelten Atomausstieg versuche die Atomindustrie offensichtlich, einen symbolischen Scheinausstieg aus der Atomenergie teuer zu verkaufen und so nebenbei noch ihre Überkapazitäten los zu werden, so Billen weiter.


Die als Preis für die Stilllegung der vier Anlagen von den Atomkraftwerkbetreibern geforderte Verlängerung der Gesamtlaufzeit für die verbleibenden 15 Reaktoren kommt nach Ansicht des NABU praktisch einer unbefristeten Betriebsgenehmigung gleich. Aus den geforderten 2.500 Terawattstunden Atomstrom, die die Atomindustrie insgesamt noch produzieren will, errechne sich zwar eine durchschnittliche Laufzeit von 32,5 Jahren pro Reaktor. "Das bedeutet aber keineswegs, dass in 22 Jahren der letzte Reaktor stillgelegt wird", betonte Billen. Vielmehr müsse man damit rechnen, dass Atomkraft auch noch in 30 Jahren genutzt werde. Denn die Atomindustrie erhalte so die Möglichkeit, bei Stilllegung unrentabler Kraftwerke die Betriebszeit der rentablen Anlagen beliebig zu verlängern. "Das Ganze ist ein Taschenspielertrick der Kraftwerkbetreiber, der mit dem Ausstieg aus der Atomenergie weniger als nichts zu tun hat, der diesen Ausstieg geradezu verhindern soll", so NABU-Geschäftsführer Billen.


Die Großkonzerne Veba, Viag und RWE haben diese Aussagen bereits dementiert.