Hinter Merkels Vorgaben

NABU: CDU-Grundsatzprogramm im Bereich Klimaschutz unzureichend

Der NABU hat das neue CDU-Grundsatzprogramm im Bereich Klimaschutz kritisiert, es falle bei diesem wichtigen Thema sogar hinter die Forderungen der eigenen Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Die Umweltschützer fordern ein klares Bekenntnis zum "40-Prozent-Ziel".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Das von der CDU geforderte Minderungsziel zur Reduzierung von Treibhausgasen um 30 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 ist ein Treppenwitz", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Angela Merkel hatte sich sowohl auf dem EU-Gipfel wie auch im Integrierten Klima- und Energie-Programm (IKEP) der Bundesregierung bereits auf ein Reduktionsziel von 40 Prozent festgelegt.

Merkel hat auf dem G8-Gipfel und als EU-Ratspräsidentin den Klimawandel "ganz oben auf die politische Agenda gebracht", so Miller. "Davon ist im neuen Grundsatzprogramm ihrer Partei kaum etwas zu finden." Neben der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sei in der CDU-Klimaschutzstrategie von "sauberen Kohlekraftwerken" die Rede. "Es gibt keine sauberen Kohlekraftwerke. Selbst die Technik der Kohlendioxid-Abscheidung, bei der völlig unklar ist, ob sie irgendwann funktioniert und bezahlbar ist, macht ein Kohlekraftwerk nicht zu einem sauberen Kraftwerk", so Miller.

Wenn die CDU bei der Lösung der nationalen und globalen Umweltfragen nicht den Anschluss verlieren wolle, müsse sie ihr Grundsatzprogramm erheblich nachbessern. "Wir fordern von der Regierungspartei ein klares Bekenntnis zum 40-Prozent-Ziel beim Klimaschutz" sowie "einen stärkeren Fokus auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz", so der NABU-Bundesgeschäftsführer.