Abgesagt

N-ERGIE: Kraftwerksprojekt Dettelbach vorerst eingestellt

Die Nürnberger N-ERGIE AG stellt die Arbeiten an ihrem Kraftwerksprojekt in Dettelbach im Landkreis Kitzingen vorerst ein. Wie das Unternehmen mitteilt, ließen die "unsicheren Rahmenbedingungen" zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen wirtschaftlichen Betrieb zu.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Nürnberg (red) - Trotz einer europaweiten Ausschreibung im Sommer 2006 konnte den Angaben zufolge kein stabiler, langfristig belastbarer Erdgaslieferungsvertrag abgeschlossen werden.

Als weiterer Grund für das Ruhen der Aktivitäten des Projekts Dettelbach werden die jüngsten europäischen Entwicklungen im Handel mit CO2-Zertifikaten genannt, wodurch die Rahmenbedingungen für N-ERGIE unkalkulierbar würden. War bislang in Deutschland vorgesehen, dass neue und moderne Kraftwerke, die noch vor 2012 ans Netz gehen, 14 Jahre lang mit den benötigten CO2Zertifikaten ausgestattet werden, hat die Europäische Kommission die deutsche Regelung abgelehnt.

Erschwerend komme hinzu, dass Umweltauflagen und die noch ungesicherte Trassenführung zum nächstmöglichen Einspeisepunkt in das Übertragungsnetz einen Fertigstellungstermin des Kraftwerks noch vor 2012 in Frage stellten. "Sollten sich jedoch die Rahmenbedingungen ändern, werden wir unsere Aktivitäten im Projekt Dettelbach wieder aufnehmen", sicherte Herbert Dombrowsky, Sprecher des Vorstands der N-ERGIE zu.

N-ERGIE plante bisher den Bau eines 2 mal 400-MW-Kraftwerks auf dem ehemaligen "Fulgurit-Gelände" im Dettelbacher Industriegebiet mit einem Investitionsvolumen von 420 Millionen Euro. Da der Energieversorger den Ausbau der eigenen Stromerzeugung deutlich steigern möchte, würden unterschiedliche Alternativen untersucht.

So soll das Gemeinschaftskraftwerk Irsching V mit einer Gesamtleistung von 800 Megawattan der Donau errichtet werden. Der Betrieb ist Anfang 2009 vorgesehen. Die N-ERGIE ist an diesem mit Erdgas betriebenen GuD-Kraftwerk mit 25,2 Prozent beteiligt. Weitere Gesellschafter sind E.ON Kraftwerke GmbH mit 59,2 Prozent und Mainova mit 15,6 Prozent.

Geprüft werden weiterhin Engagements bei der dezentralen Stromerzeugung, wie etwa einem Biomassekraftwerk, sowie die Beteiligung an einem Kohle-Gemeinschaftskraftwerk über eine kommunale Verbund Gesellschaft.

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