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MWV: Trotz Erhöhung der Rohölförderung steigen die Preise

Die seit mehr als einem Jahr vorhandenen Angebotsüberschüsse beim Rohöl und die Ausweitung der Ölproduktion durch die OPEC-Staaten zeigten an den Ölbörsen keine Wirkung. Laut MWV stiegen die Rohölpreise nach einem kurzfristigen Rückgang im Juni im Juli wieder steil nach oben.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Weltölmarkt war auch im zweiten Quartal 2004 durch ein deutliches Überschussangebot in Höhe von fast zwei Millionen Barrel pro Tag gekennzeichnet. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal stiegen Angebot und Nachfrage an Rohöl um fast fünf Prozent auf knapp 82 Barrel pro Tag bzw. 80 Barrel pro Tag. Das geht aus dem aktuellen Mineralölbarometer des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) hervor.

Trotz des Überangebots an Rohöl, das seit mehr als einem Jahr vorherrscht, legten die Rohölpreise auch im zweiten Quartal 2004 noch einmal deutlich zu und notierten weit über der von der OPEC angestrebten Preisspanne von 22 bis 28 Dollar pro Barrel. Damit blieben die Ölbörsen von der deutlichen Ausweitung der OPEC-Förderung zum Juli dieses Jahres unbeeindruckt. Für August haben die OPEC-Staaten eine erneute Steigerung der Ölproduktion in Aussicht gestellt.

Auch nachdem drohende Streiks in Nigeria und Norwegen abgewendet und die Folgen von Anschlägen auf Pipelines im Irak beseitigt werden konnten, gaben die Rohölnotierungen nur geringfügig nach. Selbst günstige Lagerbestandsmeldungen der Vereinigten Staaten konnten keine deutliche Abwärtsbewegung der Ölpreise initiieren. Somit bleibt zurzeit als mögliche Erklärung für die anhaltend hohen Rohölkosten im Wesentlichen nur die allgemeine Terrorgefahr, vermutet der MWV.

Nachdem die Rohölpreise in den Monaten April und Mai 2004 zunächst gegenüber März um über vier Dollar pro Barrel zulegten, gab es im Juni 2004 einen Rückgang. Im Juli allerdings kletterten die Notierungen für Rohöl wieder steil nach oben. Der Preis für den OPEC-Korb aus sieben Rohölsorten stieg im Monatsdurchschnitt von 32,75 Dollar pro Barrel im April auf 36,27 Dollar pro Barrel im Mai, sank dann im Juni aber auf 34,61 Dollar pro Barrel. Das entspricht einem Quartalsdurchschnitt von 34,42 Dollar pro Barrel gegenüber 25,85 Dollar pro Barrel im zweiten Quartal 2003 – ein Plus von 33 Prozent.

Auch der Preis für das Nordseeöl Brent zeigte im zweiten Quartal 2004 einen ähnlichen Verlauf: So kletterte der Brent-Preis zunächst im Monatsdurchschnitt von 33,47 Dollar pro Barrel im April auf 37,76 Dollar pro Barrel im Mai, gab dann aber im Juni auf 35,24 Dollar pro Barrel nach. Im Quartalsvergleich verteuerte sich Brent um mehr als 36 Prozent von durchschnittlich 26,03 Dollar pro Barrel im entsprechenden Vorjahresquartal auf 35,51 Dollar pro Barrel im zweiten Quartal 2004.

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