Kostenexplosion

MWV: "Staat verteuert Kraftstoffe"

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) kritisiert die seiner Ansicht nach unnötigen Belastungen der Autofahrer. Ihnen werde nicht nur durch die Mehrwertsteuererhöhung tiefer in die Taschen gegriffen, auch die staatlich verordnete Beimischung von Biokraftstoffen erhöhe die Treibstoffkosten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Welche Auswirkungen das an den Tankstellen haben wird, entscheide sich im Wettbewerb, so der MWV.

Die Produktionskosten für Kraftstoffe werden nach Verbandsangaben durch die Beimischung der Biokomponenten erhöht. Während die Einkaufskosten für unversteuertes Superbenzin derzeit bei 31 Cent pro Liter lägen, betragen die Kosten für Ethanol unter Berücksichtigung des Energiegehaltes das Dreifache. Bei Diesel stehen Einkaufskosten von zurzeit 37 Cent pro Liter Kosten für einen Liter Biodiesel in Höhe von 79 Cent gegenüber. Für die beigemischten Biokomponenten ist ab 1. Januar 2007 zudem der volle Mineralölsteuersatz von 65,5 Cent pro Liter bei Benzin und 47 Cent pro Liter bei Diesel fällig. Zu den Kosten für die Biokraftstoffe kommen Investitionskosten in Tanklagern und Raffinerien, um Biokomponenten beimischen zu können.

Außerdem verteuere die Mehrwertsteuererhöhung die Kraftstoffe rein rechnerisch um rund drei Cent pro Liter, so der Verband. Kostete ein Liter Superbenzin im November bei 16 Prozent Mehrwertsteuer durchschnittlich 120,6 Cent pro Liter, hätte der Preis bei einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent rechnerisch bei 123,7 Cent pro Liter gelegen – ein steuerbedingtes Plus von 3,1 Cent. Bei Dieselkraftstoff sieht es ähnlich aus: Sein Preis lag im November bei 108 Cent pro Liter. Ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent hätte den Preis rechnerisch um 2,8 auf 110,8 Cent pro Liter erhöht.

MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard: "Die Politik belastet die Verbraucher doppelt: durch die höhere Mehrwertsteuer und den Zwangskonsum von teuren Biokraftstoffen."

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