"Volkswirtschaftlich fragwürdig"

MWV: Biokraftstoff "teuer erkauft"

Nach Ansicht des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) kostet der Einsatz von Ethanol als Ersatz für Ottokraftstoff zu viel Geld, zerstört Strukturen und sei kaum sinnvoll. MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard stellte jetzt eine ifo-Studie zu den volkswirtschaftlichen Effekten der Erzeugung von Bioethanol vor.

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Hamburg (red) - Picard führte weiter aus, dass ein Arbeitsplatz, der direkt oder indirekt durch die Produktion von Bioethanol geschaffen wird, die Verbraucher etwa 40.000 Euro koste. Das ifo-Institut habe errechnet, dass der Beschäftigungseffekt durch den Einsatz von Bioethanol im Jahr 2010 bei etwa 31.000 Arbeitsplätzen liegen wird. Dem würden durch Ethanol bedingte Mehrkosten in Höhe von über einer Milliarde Euro gegenüberstehen. Picard rechnet sogar mit höheren Kosten, da die Berechnungsgrundlagen sich verändert hätten.

Dr. Picard weiter: "Es ist volkswirtschaftlich unverantwortlich, den in Europa bestehenden Benzinüberschuss von 25 Milliarden Litern durch die Beimischung von teurem Ethanol zu vergrößern. Für jeden Liter Ethanol, der zwangskonsumiert wird, muss ein Liter Benzin exportiert werden. Vereinfacht ausgedrückt zahlen die deutschen Verbraucher teuer dafür, dass Amerikaner billiges Benzin importieren können."

Der MWV befürchtet, dass durch mehrfache Subventionen auch die Lebensmittel für die Verbraucher teurer werden. Zudem habe Ethanol nur dann deutlich geringere Kohlendioxid-Emissionen, wenn es aus Zuckerrohr hergestellt sei. In Deutschland aus Getreide hergestelltes Ethanol könne sogar zu einem höheren Klimagasausstoß führen, wenn hier Braunkohle als Prozessenergie eingesetzt werde.

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