In Hessen

MVV nimmt Biomasse-Kraftwerk in Betrieb

"Grüner Strom" aus Wicker ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern hat jetzt feste Formen angenommen: Auf dem Gelände der Deponie im hessischen Flörsheim-Wicker – bei Wiesbaden - ist in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen MVV Energie ein Biomasse-Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 15 Megawatt entstanden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Das Biomasse-Kraftwerk wird auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und der im Juni 2001 verabschiedeten Biomasse-Verordnung mit dem Regelbrennstoff Holz aus der benachbarten Altholz-Aufbereitung betrieben. "Biomasse trägt wesentlich dazu bei, dass Forderungen der nationalen und internationalen Umweltpolitik realisiert werden können. Dieses Kraftwerk bietet unschätzbare ökologische, aber auch ökonomische Vorteile: Treibhausgase werden bei einem Betrieb mit Holz anstelle fossiler Energieträger deutlich reduziert. Bei der Verbrennung wird etwa nur so viel Kohlendioxyd freigesetzt, wie die Bäume vorher beim Wachsen aufgenommen haben. Darüber hinaus wird eine wesentliche Verkehrsentlastung erreicht, weil das am gleichen Standort aufbereitete Altholz nahezu komplett im Kraftwerk verwertet werden kann und nicht mehr über weite Strecken transportiert werden muss", erläutert MVV-Chef Dr. Rudolf Schulten.

Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von knapp 31 Millionen Euro wird gemeinsam von drei Partnern getragen: Der KKM Wertstoffsortiergesellschaft mbH, der MTR GmbH und der MVV Energie. Alle drei Unternehmen besitzen jeweils 33,3 Prozent der Anteile am Biomasse-Kraftwerk Wicker. Gut 90 000 Tonnen Altholz können in der Anlage verfeuert werden.