Kartellrechtlich fraglich?!

MVV Energie wehrt sich gegen EnBW-Einstieg

Die Mannheimer MVV Energie AG befürchtet eine Einschränkung des Wettbewerbs im Raum Mannheim und eine Verstärkung der dominanten Stellung der EnBW im Südwesten und will deshalb den Verkauf von Anteilen in Höhe von 15 Prozent, die im Moment noch E.ON gehören, an die EnBW verhindern.

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Mannheim/Düsseldorf (red) - Einem Bericht des Handelsblatts zufolge, hat sich der Mannheimer Energiekonzern MVV Energie AG beim Bundeskartellamt über den geplanten Einstieg des Wettbewerbers EnBW beschwert. EnBW will den 15-prozentigen Anteil der E.ON AG an der MVV übernehmen.

E.ON muss den Anteil im Zuge der Fusion mit Ruhrgas abgeben. Schon länger wird vermutet, dass sich die EnBW damals eine derartige Option als Gegenleistung für die Aufgabe des Widerstand gegen die E.ON/Ruhrgas-Fusion einräumen ließ. Die MVV wehrt sich dagegen und hat beim Berliner Kartellrechtsexperten Professor Franz Jürgen Säcker ein Gutachten in Auftrag gegeben. Säcker kommt darin zu dem Schluss, dass die EnBW durch einen Einstieg bei der MVV ihre dominante Stellung im Südwesten weiter verstärken würde. Gleichzeitig werde der Wettbewerb im Raum Mannheim eingeschränkt und das Vierer-Oligopol von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall auf dem deutschen Energiemarkt abgesichert, zitiert das Handelsblatt aus dem Gutachten.

Auch wenn es sich nur um eine Minderheitsbeteiligung handele, würde diese ausreichen, um sich einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmensführung zu sichern, da der EnBW u.a. ein Aufsichtsratsmandat zustehe, heißt es in dem Bericht weiter. Beide Unternehmen wollten sich gestern nicht äußern. Laut Handelsblatt stocken die Verhandlungen zwischen EnBW und E.ON ohnehin, was der MVV ein bisschen Luft verschaffe. Denn derzeit sei sie damit beschäftigt, hohe Sonderlasten aus zu teuer eingekauften Beteiligungen zu verkraften. Morgen soll ein Gutachten präsentiert werden, in dem die genaue Höhe der Belastungen beziffert werden soll.

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