Konzentration auf's Kerngeschäft

MVV Energie stellt Weichen für die Restrukturierung des Konzerns

Die Mannheimer MVV Energie AG trennt sich von seinen Tochtergesellschaften in Spanien, Portugal und Kroatien sowie seinem im Kläranlagenbau tätigen Beteiligungsunternehmen Awatech. Zudem wird das Unternehmen den Bereich der Windenergie nicht weiter ausbauen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (red) - Das Mannheimer Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen MVV Energie hat seine strategische Neuausrichtung abgeschlossen und wird sich künftig auf sein Geschäft der Verteilung von Strom, Gas, Wärme und Wasser, die thermische, umweltfreundliche Abfallverwertung, die Biomasse-Nutzung sowie auf die kerngeschäftsnahen Energiedienstleistungen und die Fernwärme in Polen und Tschechien konzentrieren.

Nachdem der Aufsichtsrat des Konzerns bereits in der vorvergangenen Woche in einem ersten Schritt die Ausgliederung der Powerline-Aktivitäten beschlossen hat, stimmte er nun planmäßig am Freitag auch dem zweiten Paket der vom Vorstand vorgeschlagenen Maßnahmen zu. Wie der Vorstandsvorsitzende des fünftgrößten deutschen Stromversorgers, Dr. Rudolf Schulten, im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung in Mannheim mitteilte, trennt sich der Konzern von seinen Tochtergesellschaften in Spanien, Portugal und Kroatien sowie seinem im Kläranlagenbau tätigen Beteiligungsunternehmen Awatech.

Darüber hinaus wird die MVV Energie den Bereich der Windenergie nicht weiter ausbauen und künftig keine weiteren Projekte über ihre Tochtergesellschaft eternegy entwickeln. Gleichzeitig werden die Anlaufverluste von eternegy in Höhe von knapp 14 Millionen Euro abgeschrieben. Insgesamt bezifferte Dr. Schulten die bilanziellen Auswirkungen dieser zweiten Stufe der Portfoliobereinigung auf knapp 21 Millionen Euro.

Dr. Rudolf Schulten: "Zusammen mit der Ausgliederung des Powerline-Geschäfts werden wir in diesem Jahr durch Wertberichtigungen im Anlagevermögen, durch Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte sowie durch die erforderliche Entschuldung der betroffenen Tochtergesellschaften einmalig bis zu 52 Millionen Euro aufwenden. Diese Einmalbelastungen werden durch den Gewinnvortrag des Vorjahres aus dem Verkauf der Anteile an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) gedeckt. Mit einem solchen klaren Schnitt wird der Konzern auf Profitabilität, Wachstum und finanzielle Solidität ausgerichtet, weil in den betroffenen Bereichen zukünftig keine weiteren laufenden Verluste mehr anfallen werden. Natürlich werden wir begonnene, vertraglich vereinbarte Projekte fortführen, aber außerhalb des Kerngeschäfts keine neuen Investitionen tätigen."

Gleichzeitig strebt die MVV den weiteren Ausbau seiner Beteiligungen an deutschen Stadtwerken sowie an Fernwärmeunternehmen in Polen und Tschechien an. Über neue Beteiligungen soll im Rahmen der Plattformstrategie auch der Vertrieb von Energiedienstleistungen ausgebaut werden. Die dezentralen Kraftwerksprojekte in den Bereichen Biomasse und Abfallverwertung werden in einem eigenen Geschäftsfeld "MVV Umwelt" zusammengeführt.