Minimierung von Absatzrisiken

MVV Energie AG versichert sich gegen zu warmen Winter

Wird der Winter warm, sinkt der Absatz von Fernwärme und Gas. Dadurch ist das Wetter beispielsweise für Energieversorgungsunternehmen ein erheblicher Risikofaktor. Das Mannheimer Unternehmen MVV hat sich jetzt bei der Dresdner Bank gegen einen überdurchschnittlich warmen Winter versichert und kassiert in diesem Fall eine Prämie.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Der Absatz von Energie, insbesondere von Fernwärme und Gas, ist stark temperaturabhängig. Das Wetter wird damit beispielsweise für Energieversorger zu einem wesentlichen Risikofaktor. Daher hat sich die MVV Energie AG als sechstgrößtes Fernwärmeunternehmen Europas mit Hilfe eines Wetterderivates bei der Dresdner Bank AG für Teile seines Absatzes gegen einen überdurchschnittlich warmen Winter 2002/2003 abgesichert.

Die Energiehandelseinheit der MVV Energie AG, in der in den letzten Jahren ein umfangreiches Wissen im Portfolio- und Risikomanagement aufgebaut wurde, hatte bereits zu Beginn dieses Jahres eingehend die Abhängigkeit des Fernwärmeabsatzes mit der Temperatur analysiert und entsprechende Produkte für den Monat April 2002 strukturiert. Die Fachabteilungen der Dresdner Bank AG und der MVV Energie AG sehen in Wetterderivaten ein innovatives und effektives Instrument des Risikomanagements, ähnlich den Optionen, wie man sie aus dem Finanzbereich kennt. Nach Ansicht von Roland Hartung, Sprecher des Vorstands der MVV Energie AG, werden Wetterderivate schnell an Bedeutung gewinnen: "Jedes Unternehmen muss ein großes Interesse daran haben, sich gegen Risiken abzusichern. So ist unsere Energiehandelseinheit primär zuständig für das aktive Risikomanagement auf dem gesamten Energiesektor. Mit Wetterderivaten können wir Risikoportfolien sinnvoll optimieren."