Wertberichtigung

MVV Energie AG: Sparzwang durch Bilanzfehler?

Wirtschaftsprüfer nehmen Zeitungsberichten zufolge derzeit die Wertansätze der durch die Mannheimer MVV Energie AG in den vergangenen Jahren erworbenen Stadtwerks-Beteiligungen unter die Lupe. Es werden Wertberichtigungen von bis zu 100 Millionen Euro erwartet, die den geplanten Börsengang gefährden.

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Mannheim (red) - Der Mannheimer Energieversorger MVV wird den geplanten zweiten Börsengang wohl verschieben und Wertberichtigungen vornehmen. Das jedenfalls berichten verschiedene Zeitungen.

Wie die Financial Times Deutschland beispielsweise schreibt, überprüfen Wirtschaftsprüfer derzeit die Wertansätze der in den vergangenen Jahren erworbenen Stadtwerks-Beteiligungen. Der Zeitung gegenüber bestritt ein Unternehmenssprecher allerdings, dass sich die Wertkorrekturen auf bis zu 100 Millionen Euro belaufen könnten. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" liegt der Abschreibungsbedarf auf die MVV-Beteiligungen an Stadtwerken und auf andere Bilanzpositionen bei insgesamt 80 bis 100 Millionen Euro.

Wie es weiter heißt, habe der Energieversorger bereits 52 Millionen Euro wegen des Ausstiegs aus dem "Powerline"-Projekt und aus den Windkraft-Aktivitäten im Ausland abgeschrieben und rechne insgesamt mit einem Verlust von fast 34 Millionen Euro. Viele der Beteiligungen, deren Wert mit einer Milliarde Euro in den Büchern stehe, werfen laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" keine Gewinne ab.

Nun benötige die Gesellschaft Geld, um im Kerngeschäft mit weiteren Beteiligungen an Stadtwerken zu wachsen, schlussfolgert die Financial Times Deutschland. Mit einem zweiten Börsengang Ende des Jahres wollte MVV-Chef Rudolf Schulten den Streubesitz von 15 auf 25 Prozent ausweiten, die Stadt Mannheim wollte ihren Anteil von 72 Prozent weiter senken. Eine Alternative könnte die Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner sein. Auch ein harter Sparkurs wird nicht ausgeschlossen.

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