Klimawandel

Munich Re: Klimawandel ist nicht zu leugnen

Die Kennzeichen des Klimawandels bilden sich immer deutlicher ab. Der Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re warnte nun vor den Folgen sowie vor einer Verdrängung der Klimaveränderungen. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakonferenz in Durban seien auch vereinzelte Vorstöße im Klimaschutz wichtig.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Durban (dapd/red) - Die Zahl von Schadensereignissen als Folge extremer Wetterverhältnisse hat sich seit 1980 weltweit nahezu verdreifacht. 1,4 Millionen Menschen seien dabei ums Leben gekommen, insgesamt seien nach Angaben der Munich Re Schäden von rund 2,5 Billionen Dollar entstanden. Das geht aus der Datenbank des Unternehmens hervor, in der nach eigenen Angaben über 30.000 Ereignisse weltweit dokumentiert sind. Es sei bekannt, dass der Treibhausgasausstoß bis spätestens 2020 sinken müsse, wenn die sogenannte Zwei-Grad-Grenze eingehalten werden solle. Bisher aber steige der CO2-Ausstoß ungebremst.

Klare Indizien des Klimawandels vorhanden

Vor dem Hintergrund der Klimaverhandlungen im südafrikanischen Durban hat der Münchner Rückversicherer vor einer Verdrängung des Klimawandels gewarnt. "Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist Realität, und er ist auch nicht mehr zu stoppen", sagte der Leiter der Geo-Risikoforschung des Unternehmens, Peter Höppe, im Interview der Nachrichtenagentur dapd. Die Zahl der Wetterextreme in vielen Regionen der Welt werde weiter steigen, vor allem Überschwemmungen und Hitzewellen werden voraussichtlich zunehmen.

Obwohl die Schäden in erster Linie auf Faktoren wie etwa Bevölkerungswachstum oder Siedlungsverhalten zurückzuführen seien, sei der starke Anstieg wetterbedingter Katastrophen ohne den Klimawandel wahrscheinlich nicht vollständig zu erklären, sagte Höppe. Ein weiteres Indiz dafür sei, dass die Zahl der geophysikalischen Ereignisse wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche nur wenig zugenommen habe.

Hitzewellen werden sich häufen

Besonders betroffen vom Klimawandel seien die Entwicklungsländer. Höppe forderte daher mehr Unterstützung für diese Staaten. Dafür seien etwa zehn Milliarden Dollar jährlich erforderlich. Ab 2020 sollen jährlich 100 Milliarden Dollar in einen bereits existierenden Klimafonds fließen. Die Klimaschäden für Deutschland seien dagegen im Vergleich zu anderen Weltregionen gering. Allerdings müsse auch hierzulande künftig vermehrt mit Hitzewellen gerechnet werden. Dies könne Auswirkungen auf die Flussschifffahrt und die Landwirtschaft haben, sei aber beherrschbar. "Wenn wir uns anpassen, muss es keinen einzigen Hitzetoten geben, auch wenn die Hitzewellen häufiger werden", sagte Höppe. Aber auch Starkniederschlagsereignisse dürften zunehmen.

Deutsche Klimabemühungen wurden ausgezeichnet

Mit Blick auf die stockenden Verhandlungen plädierte Höppe dafür, dass einige Staaten entschlossen vorangehen sollten. Dies könne auch bei zögerlichen Staaten dazu führen, dass sie sich mittelfristig der Initiative anschlössen. Deutschland biete bereits ein solches gutes Beispiel für den raschen Ausbau an erneuerbaren Energien, befand der Weltklimarat, daher wurde es am Montag mit dem Country-Leadership-Award ausgezeichnet. Deutschland habe den Preis für den Anstieg des Anteils der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 6,3 Prozent im Jahr 2000 auf über 20 Prozent 2011 erhalten, hieß es nach Angaben des Bundesumweltministeriums in der Begründung.