Leichte Entspannung

Münsterland: 65 000 Menschen warten noch auf Strom

Der Wintereinbruch hat Teile des Nordwestens Deutschlands am Wochenende in ein heilloses Chaos gestürzt. Vor allem um Osnabrück und im Münsterland ging nichts mehr, viele Haushalte waren zeitweise tagelang ohne Strom. Der Energieversorger RWE Energy arbeitet momentan auf Hochtouren.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Münster (ddp-nrw/sm) - Nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage entspannt sich die Lage im Münsterland allmählich. "Es wird langsam besser", sagte ein Sprecher des Krisenstabes in Münster heute morgen. Derzeit hätten im Münsterland noch etwa 65 000 Menschen keinen Strom.

Damit sei es gegenüber Sonntagabend gelungen, die Zahl der Betroffenen in etwa zu halbieren. Auch die Autobahnen waren am Montagmorgen wieder frei, wie das Lagezentrum im Düsseldorfer Innenministerium mitteilte. Er hoffe, dass im Laufe des Tages noch "viele weitere" Haushalte ans Stromnetz angeschlossen werden können, sagte der Sprecher des Krisenstabs.

Betroffen sei nach wie vor allem die Stadt Ochtrup, die weitgehend ohne Strom sei, da sie nur über eine Hochspannungsleitung versorgt wird. Die Reparatur sei schwierig, hieß es. Auch im benachbarten Metelen seien nach etwa 50 Prozent der Haushalte ohne Stromversorgung.

Im Laufe der Nacht gelang es Mitarbeitern von RWE Energy, mehrere tausend Haushalte wieder an die Stromversorgung anzuschließen, wie RWE-Energy-Sprecher Sebastian Ackermann auf ddp-Anfrage sagte. Die Stromausfälle machten sich nach Angaben des Krisenstabes der Bezirksregierung Münster besonders in den Kreisen Borken und Steinfurt bemerkbar. Im Kreis Coesfeld waren nur noch einzelne Gehöfte ohne Strom. In allen drei Kreisen gilt weiter Katastrophenalarm.

Die Behörden richteten Notunterkünfte ein, die jedoch in der Nacht relativ selten in Anspruch genommen wurden. Dagegen funktioniere die Nachbarschaftshilfe großartig, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung. Die Leute rückten in der dritten Nacht ohne Heizung, warmes Wasser und Licht näher zusammen.

Entspannung gab es vor allem bei der Verkehrslage. Sperrungen wegen der Schneemassen waren der Polizei zufolge nur noch auf einigen kleineren Straßen notwendig. Gesperrt waren noch die Bahnstrecken zwischen Gronau und Burgsteinfurt sowie Wuppertal, Remscheid und Solingen.