Bestätigt

Müller verzichtet auf Vorsitz der Kohle-Stiftung (Upd.)

Die Presseberichte, wonach RAG-Chef Werner Müller nicht mehr im Rennen als Chef der Kohle-Stiftung ist, haben sich inzwischen bestätigt. Als Grund für Müllers Verzicht wird das Einhalten des Zeitplans angegeben: So werde die Gründung der Stiftung im August noch möglich.

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Berlin/Düsseldorf (ddp/sm) - Der RAG-Chef Werner Müller verzichtet auf den Vorsitz der geplanten Kohle-Stiftung. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, steht Müller für den Vorsitz der Stiftung nicht mehr zur Verfügung, um so die rechtzeitige Gründung der Stiftung im August möglich zu machen. Dies hätten Gespräche zwischen dem Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Müller ergeben.

Der wochenlange Besetzungsstreit um den Vorsitz der Kohle-Stiftung ist damit zunächst beigelegt. Ein neuer Kandidat ist derzeit nicht bekannt. Vor allem die NRW-Landesregierung hatte sich gegen Müller als Vorsitzenden der Kohle-Stiftung gewehrt.

Hintergrund des Besetzungsstreits ist der für 2008 geplante Börsengang des RAG-Konzern. Vor dem Börsengang wird der Konzern in eine Stiftung eingebracht. Den so genannten Weißen Bereich des RAG-Konzerns mit den Sparten Chemie (Degussa), Energie (Steag) und Immobilien bringt die Stiftung dann an die Börse, der Bergbau - der so genannte Schwarze Bereich - bleibt in der Stiftung.

Die Einnahmen aus dem Börsengang soll die Stiftung nutzen, um die Folgekosten des Bergbaus, die so genannten Ewigkeitskosten, abzudecken. Mit dem Auslaufen der Bergbau-Subventionierung 2018 schließen die letzten deutschen Steinkohlezechen.