Schadenersatz

Moskau fürchtet Milliardenforderungen wegen Gaspipeline

Der Bau der Ostsee-Pipeline scheint unter keinem guten Stern zu stehen: Erst das Theater um die Besetzung des Aufsichtsrats und den Einstieg von Ex-Bundeskanzler Schröder, dann die verwirrenden Informationen zu einer möglichen Bürgschaft. Jetzt machen Giftgasbestände auf dem Ostseeboden Ärger.

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Hamburg (ddp/sm) - Die russische Regierung fürchtet laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe durch den Bau der Ostsee-Gaspipeline. Grund seien versenkte deutsche Giftgasbestände aus dem Zweiten Weltkrieg, die auf dem Meeresboden liegen und durch den Bau freigesetzt werden könnten.

Der "Spiegel" beruft sich auf Unterlagen des russischen Kabinetts, die auf entsprechende Warnungen des Moskauer Umweltexperten Wladimir Anikijew verweisen. Danach sei es wahrscheinlich, dass Polen sowie die drei baltischen Republiken Litauen, Estland und Lettland Schadenersatz in Höhe von "mehr als zehn Milliarden US-Dollar im Jahr" einfordern könnten.

Zudem berichtete das "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende, dass Gazprom offiziell auf deutsche Bürgschaft zum Bau eines Teils der Ostsee-Pipeline verzichtet. Gazprom habe der Staatsbank KfW und der Deutschen Bank mitgeteilt, "dass eine entsprechende Kreditfinanzierung der Pipeline derzeit nicht weiter verfolgt wird", heißt es nach Angaben der Zeitung in einer Antwort der Berliner Regierung an die Europäische Kommission.