Umstritten

Morgen: Entscheidung über Baurecht für Zwischenlager Gundremmingen

Das Zwischenlager, das mit 192 Castor-Plätzen das größte in Deutschland werden soll, hat bereits vom Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter das atomrechtliche Plazet erhalten. Dagegen waren 76 000 Einwendungen erhoben worden. Morgen gibt Günzburgs Landrat Hafner seine Entscheidung bekannt.

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Günzburg (ddp-bay/sm) - Günzburgs Landrat Hubert Hafner (CSU) will am Freitag (10.00 Uhr) seine Entscheidung über eine baurechtliche Genehmigung des umstrittenen Atommüll-Zwischenlagers Gundremmingen verkünden.

Das Zwischenlager, das mit 192 Castor-Plätzen das größte in Deutschland werden soll, hat bereits vom Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter das atomrechtliche Plazet erhalten. Der Sprecher der Bürgerinitiative "Forum - Gemeinsam gegen das Zwischenlager", Raimund Kamm, befürchtet, dass Hafner nun auch Baurecht erteilen wird. Gegen das Zwischenlager waren im öffentlichen Erörterungsverfahren knapp 76 000 Einwendungen erhoben worden.

Die Einwände gegen das Zwischenlager konzentrieren sich auf Sicherheitsfragen. Der Einschluss des radioaktiven Abfalls des Atomkraftwerks Gundremmingen wird allein von den Castorbehältern gewährleistet, deren langfristige Dichtigkeit nach Aussage der Gegner ungeklärt ist. Bezweifelt wird auch, ob sie einen terroristischen Flugzeugangriff aushalten würden. Das Zwischenlager soll bis mindestens 2030 bestehen bleiben. Die Abfälle sollen danach in ein Atommüll-Endlager gebracht werden. Dessen Standort steht gegenwärtig noch nicht fest.

Gegen die atomrechtliche Genehmigung des Zwischenlagers ist Klage erhoben worden. Landrat Hafner könnte daher nach Einschätzung von Kamm das Baurecht unter der Voraussetzung gewähren, dass Sofortvollzug angeordnet wird. "Dann werden RWE und E.ON sofort mit dieser vorbehaltlichen Genehmigung zu Umweltminister Trittin gehen, und der wird ihnen binnen weniger Tage den Sofortvollzug gestatten. Wir müssen dann gegen diese Entscheidung des Sofortvollzugs klagen", sagte Kamm.