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Moody's senkt Ausblick für Eon auf "negativ"

Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für Eon auf "negativ" gesenkt, es droht eine weitere Abstufung beim Bonitätsranking. Grund für den negativen Ausblick sind die Sorgen vor den Kosten des Atomausstiegs. Eon hatte angekündigt, das Atomgeschäft doch nicht ausgliedern zu wollen.

EON© E.ON SE

London (dpa-AFX/red) - Dem angeschlagenen Energiekonzern Eon droht ein weiterer Tiefschlag. Die Ratingagentur Moody's senkte am Freitag ihren Ausblick für das Unternehmen auf "negativ". Damit reagierten die Kreditexperten auf die überraschende Ankündigung des Konzerns, das deutsche Atomgeschäft nun doch nicht wie geplant in die neue Gesellschaft Uniper ausgliedern zu wollen. Eon droht nun bei Moody's eine weitere Abstufung der Bonitätseinschätzung. Derzeit steht der Konzern noch bei "Baa1" und damit drei Stufen vor dem Verlust des Investmentstatus. Danach würde Eon als spekulative Anlage bei Moody's geführt. Diese höhere Risikoeinschätzung kann zu höheren Zinskosten führen.

Eon macht Rückzieher: Atomgeschäft bleibt im Konzern

Moody's begründete den negativen Ausblick mit Sorgen vor massiv steigenden Kosten für den Atomausstieg. Derzeit überprüft die Bundesregierung etwa, ob die Rückstellungen der Konzerne ausreichen. Eon hatte sich am Mittwochabend dem politischen Druck gebeugt und den Verzicht auf eine Ausgliederung seiner Atomkraftwerke angekündigt. Sie sollen nun beim Hauptkonzern bleiben, während das übrige Kraftwerksgeschäft wie geplant zum Jahreswechsel in die neue Gesellschaft Uniper übergeht. Zudem kündigte Eon wegen der sich weiter verschlechternden Geschäftsaussichten neue Milliarden-Abschreibungen an.