In Greifswald

Montagestart für Kernfusionsexperiment "Wendelstein 7-X"

Das Projekt "Wendelstein 7-X" des Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik wird die weltweit größte Fusionsanlage sein, mit der der so genannte Stellarator-Typ auf seine Kraftwerkseignung untersucht wird. Heute hat die Montage der ersten von 50 sechs Tonnen schweren Magnetspulen begonnen.

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Greifswald (ddp-nrd/sm) - Am Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) hat die Montage der Kernfusionsforschungsanlage "Wendelstein 7-X" begonnen. Derzeit werden in der Experimentierhalle die ersten Magnetspulen auf das Plasmagefäß "aufgefädelt", wie das Institut heute mitteilte.

Insgesamt müssen 50 supraleitende, etwa 3,5 Meter hohe und 6 Tonnen schwere Magnetspulen zu einem bizarr anmutendem Kranz zusammengefügt werden. In dem so entstehenden wärmeisolierten magnetischen Käfig wird voraussichtlich in sechs Jahren das erste Experiment zur Zündung eines Plasmas gestartet.

Ziel der Fusionsforschung ist es, ähnlich der Vorgänge auf der Sonnenoberfläche Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen zu gewinnen. Um das Fusionsfeuer zu zünden, muss in einem späteren Kraftwerk der Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf Temperaturen über 100 Millionen Grad aufgeheizt werden.

Das Projekt "Wendelstein 7-X" wird die weltweit größte Fusionsanlage sein, mit der der so genannte Stellarator-Typ auf seine Kraftwerkseignung untersucht wird. Mit bis zu 30 Minuten langen Entladungen sollen erstmals Möglichkeiten zum Dauerbetrieb getestet werden. Wendelstein gilt als letzte technische Vorstufe für den Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktor (ITER). An dem rund 4,5 Milliarden Euro kostenden Fusionskraftwerk arbeiten bereits Forscher aus Europa, Japan, Russland, den USA, China und Südkorea.