Möglicherweise doch Fusion von Viag und Veba?

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Die beiden Mischkonzerne Veba und Viag mit ihren beiden Stromtöchtern Bayernwerk (Viag) und PreussenElektra (Veba) fusionieren möglicherweise doch. Die Chefs der Energiekonzerne, Ulrich Hartmann und Wilhelm Simson, stünden nach Aussagen des Managements „kurz vor der Einigung“ über eine Fusion. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner am heutigen Montag erscheinenden Ausgabe. Die neue Nummer eins unter den deutschen Stromversorgern soll ihren Sitz in Düsseldorf haben und von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet werden.


Dem Vorstand sollen neben Simson und Hartmann die Finanzvorstände Hans Michael Gaul (Veba) und Erhard Schipporeit (Viag) sowie ein Arbeitsdirektor angehören. Die Veba-Tochter "E-Plus" soll nach "Focus"-Informationen verkauft werden. Dabei gilt der französische Multikonzern Vivendi als wichtigster Interessent. Viag Interkom soll vorerst im Konzern bleiben.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel"berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass einige Manager gegen die Fusion opponieren würden. Vor allem zwei Personen, so der "Spiegel", müssten um ihren Job fürchten: Otto Majewski und Georg von Waldenfels. Majewski, Vorstandsvorsitzender des Bayernwerks, werde vorgeworfen, dass er die Viag-Stromtochter nicht rechtzeitig für den Preiskampf in der Branche fit gemacht habe. Viag-Personalchef von Waldenfels, Ex-Finanzminister von Bayern, werde wiederum von vielen Veba-Managern als ein verlängerter Arm der bayerischen Staatsregierung empfunden.


Wie "Der Spiegel" weiter berichtet, scheitere eine Fusion möglicherweise an den Bedingungen der bayerischen Staatsregierung - Politiker verlangten unter anderem, dass der verbrauchte Strom von heimischen Kraftwerken produziert wird. Die Konzernchefs wollten aber erst dann ernsthaft verhandeln, wenn die CSU-Regierung ihre Auflagen zurücknehme.