Probebohrung angekündigt

Möglicher Erdgasspeicher: EWE untersucht Salzstock Moeckow

Nach der seismischen Salzstockerkundung im Frühjahr plant der Oldenburger Energiekonzern EWE für Oktober bei Züssow eine erste Probebohrung, um zu untersuchen, ob sich der Salzstock als Erdgasspeicher eignet. Dort soll dann über die künftige Ostseepipeline gepumptes Erdgas gespeichert werden.

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Züssow (ddp-nrd/sm) - Nach der seismischen Salzstockerkundung im Frühjahr plant der Oldenburger Energiekonzern EWE für Oktober bei Züssow eine erste Probebohrung. An diese Vorbohrung schließe sich Anfang kommenden Jahres an gleicher Stelle eine Tiefenbohrung an, sagte EWE-Sprecher Daniel Waschow. Mit der Erkundung sollen Gesteinskerne bis aus einer Tiefe von 1600 Metern gewonnen werden. Die Experten wollen daraus Rückschlüsse für mögliche Ausspülungen des Salzstocks Moeckow ziehen, in dem später Erdgas gespeichert werden soll.

Die Schallwellenuntersuchungen im Februar dieses Jahres hätten die Erwartungen bestätigt, dass der über 2000 Meter tief liegende Salzstock als Kavernendepot geeignet sein könnte, sagte Waschow. Nun müsse geprüft werden, welche Einschlüsse und Schichtungen es in den Salzformationen gebe und wie die künftigen Kavernen angelegt werden sollten.

Ziel sei es, noch im kommenden Jahr mit der Ausspülung des Salzstocks zu beginnen. Dabei werde in die Tiefe Wasser gedrückt, das das Steinsalz auflöse und anschließend an die Erdoberfläche bringe. In den ausgespülten Kavernen werde künftig Erdgas deponiert werden, das ab 2010 durch die geplante deutsch-russische Ostseepipeline nach Lubmin gepumpt wird. Ein Teil davon soll über eine Anschlussleitung nach Moeckow weitergeleitet werden.

Das mehrere Millionen Kubikmeter fassende Untergrunddepot soll für mehr Versorgungssicherheit sorgen für den Fall, dass Gasimporte ausbleiben. Zudem könnte im Sommer preiswerteres Gas eingelagert werden, um es im energieintensiveren Winter zu saisonal günstigeren Preisen an die Kunden weiterzuleiten. Bundesweit sind derzeit 44 Untergrundspeicher in Betrieb, darunter 21 Lager in ausgespülten Salzformationen mit insgesamt 155 Einzelkavernen.