Modernes Kraftwerk angeschaltet

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Eines der modernsten Heizkraftwerke in Deutschland, das Gemeinschaftskraftwerk Linden (GKL) wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Für die Stadtwerke Hannover ist die sogenannte GuD-Anlage ein wesentlicher Baustein, um im bundesweiten Wettbewerb der Energieversorger erfolgreich zu sein. Es ist eine Grundlage, um kostengünstigen und dennoch umweltgerecht erzeugten Strom (enercity & more) anbieten zu können. Stadtwerke-Chef Dr. Erich Deppe sieht in der neuen Anlage auch ein Bekenntnis zur ökologischen Verantwortung und zur Kraft-Wärme-Kopplung. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Heizwärme wird weniger Brennstoff benötigt, gleichzeitig sind die CO2-Emissionen wesentlich geringer.


An dem Heizkraftwerk sind die Stadtwerke Hannover AG mit 90% und die PreussenElektra AG mit 10% beteiligt. Dr. Deppe betonte, dass mit dem GKL die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Energieversorger weitergeführt werde.


Die Stadtwerke Hannover nutzen für die neue GuD-Anlage die Gebäude des alten Heizkraftwerks in Linden. Die Umbauarbeiten dauerten vier Jahre und beschäftigten durchschnittlich 50 Mitarbeiter. Die Investitionskosten liegen bei rund 100 Millionen Mark. Das Kraftwerk hat 90 MW elektrische Leistung, bei gleichzeitiger Auskopplung von 100 MW Fernwärme. Würde es kontinuierlich laufen, könnten damit rein rechnerisch ein Drittel aller Haushalte Hannovers mit Strom versorgt und zehn Prozent des Fernwärme-Bedarfs der Stadt gedeckt werden. Der Wirkungsgrad des neuen GuD-Kraftwerks ist mit knapp 90 Prozent rund doppelt so hoch wie bei einem herkömmlichen Kohlekraftwerk.


GuD steht für "Gas- und Dampf-Turbine". In diesen Anlagen treibt Erdgas zuerst eine Turbine (ähnlich einem Flugzeugtriebwerk) an. Hierdurch wird Strom erzeugt. Danach wird die Wärme weitergenutzt, um Dampf zu erzeugen. Der Dampf treibt Dampfturbinen zur weiteren Stromerzeugung an oder kann zu Heizzwecken "ausgekoppelt" werden.