Energieverbrauch senken

Mit Staatshilfe zum sparsamen Haus

Im Rahmen des Energiekonzepts wurden neue Eckpunkte für die energetische Sanierung von Häusern beschlossen. Doch schon heute gibt es viele Hilfen für Eigenheimbesitzer und Bauherren, um das Haus oder die Wohnung sparsamer zu machen. Vom Staat gesponsert wird auch eine fundierte Energieberatung, wenn man sich nicht sicher ist, an welcher Stelle es anzusetzen gilt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Um den Energieverbrauch von Immobilien zu senken, kann an verschiedenen Punkten angesetzt werden. Und in vielen Fällen gibt es auch Geld vom Staat dazu:

Ermittlung des Energiebedarfs

Je älter ein Haus ist, desto mehr Energie verbraucht es in der Regel. Der Energiebedarf eines Gebäudes, das verkauft oder vermietet wird, muss heute in einem Energieausweis angegeben werden. Wer aber genau wissen will, ob sich die Sanierung seines Hauses wirklich lohnt, sollte sich zudem individuell beraten lassen. Eine Erstberatung bei der nächsten Verbraucherzentrale kostet fünf Euro. Individuelle Beratung durch einen Sachverständigen kostet oft gut 1000 Euro, wird aber vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit mehreren hundert Euro gefördert.

Sanierung des Gebäudes

Die meiste Energie geht bei einem Haus über Außenwände und Dach an die Umwelt verloren: Verbessert werden kann dies durch eine bessere Dämmung von Fassaden und Geschossdecken. Modernere Fenster wiederum geben weniger Wärme durch die Scheiben und an ihren Rändern an die Umwelt ab. Mit neuen Fenstern ist das Haus dichter, jedoch kommt auch weniger Frischluft herein, weshalb eine moderne Lüftung notwendig ist.

Sanierung der Heizung

Zweiter Schlüssel zum niedrigeren Energieverbrauch ist die Heizung. Moderne Heizkessel heizen zwar häufig weiter mit Öl und Gas, brauchen aber deutlich weniger Brennstoff. Alternativ können auch etwa mit Holz oder Holzpellets befeuerte Heizungen eingebaut werden. Die Heizkessel werden oft auch mit erneuerbaren Energien kombiniert, etwa mit Erdwärme oder Solarwärme für Warmwasser. Zudem können Heizungsrohre besser gedämmt werden. Moderne Flach-Heizkörper sind deutlich sparsamer als alte Gusseisen-Modelle.

Förderung

Die zentralen bundesweiten Programme zur Sanierung oder zum Neubau von Häusern und Wohnungen gibt es bei der Staatsbank KfW. Daneben gibt es das so genannte Marktanreizprogramm, das auf die Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizen zielt. Weitere Programme sind in Regie von Bundesländern oder Gemeinden. Sie können bei den zuständigen Stellen angefragt werden.

KfW-Förderung

Bei der staatlichen Bank können Zuschüsse oder flexible Kredite für Sanierung oder Neubau beantragt werden. Dabei gilt: Je sparsamer ein Haus, desto höher der Zuschuss und desto günstiger die Kredite. Zuletzt zog die KfW aber die Notbremse, weil der Ansturm auf die Programme groß ist: Sie erhöhte für einige Programme die Zinsen deutlich, mehrere kleinere Programme wurden sogar gestrichen. Laut Energiekonzept soll die KfW-Förderung bis 2021 beibehalten und ausgebaut werden. Details sind noch nicht bekannt. Wer nachlesen möchte, findet weitere Infos unter kfw-foerderbank.de sowie unter baufoerderer.de.

Marktanreizprogramm

Mit dem vom BAFA betreuten Programm wird etwa der Einbau umweltfreundlicher Heizungen wie Solarkollektoren oder Holzheizungen gefördert. Das Programm wurde wegen des großen Ansturms mittlerweile geändert. Derzeit gilt es nicht für Neubauten, sondern nur für Sanierungen. Die Mittel können zudem nicht mehr mit einem identischen KfW-Programm kombiniert werden. Laut Energiekonzept soll das Programm fortgeführt werden, auch hier stehen Details noch aus.