Geringe Vergütung

Mit Mini-Windrad im Garten selbst Strom erzeugen

Ein Experte aus dem Schwarzwald stellt Mini-Windkraftanlagen her, die sehr leise arbeiten und damit auch für Wohngebiete geeignet wären. Allerdings ist die Vergütung für den Windstrom mit nur neun Cent sehr gering, und die Windräder haben eine starke Konkurrenz, nämlich Photovoltaik-Anlagen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

St. Georgen (ddp.djn/red) - Nicht nur mit einer Solaranlage auf dem Dach können Hausbesitzer ihren eigenen Strom erzeugen: Günther Hacker ist nach eigenen Angaben einer von ursprünglich vier Fachleuten in Deutschland, die Kleinst-Windräder zur Stromerzeugung herstellen. Hacker hat vier Windräder im Angebot, zwei bezieht er aus den USA fix und fertig, die beiden anderen hat er selbst entwickelt.

Besonders leise und dreht auch bei schwachem Wind

Damit sich die Windräder in Wohngebieten drehen dürfen, müssen sie sehr leise sein. Die importierten Anlagen hätten diese Bedingung nicht immer erfüllt, berichtet Hacker. Doch ein U-Boot-Ingenieur habe ihn auf eine Idee gebracht. "Die U-Boot-Schrauben dürfen doch auch kein Geräusch machen, und deren Form habe ich zum Vorbild genommen." Ergebnis: Das Rad dreht sich tatsächlich kaum hörbar. Der zweite Vorteil: Es kommt schon bei schwachem Wind in Schwung.

Mini-Windkraft in Deutschland kaum verbreitet

Die Nutzung der Windkraft im Garten oder auf dem Bauernhof ist in Deutschland noch wenig verbreitet. Dabei könnten viele Leute zumindest den Grundbedarf von 200 bis 300 Watt pro Stunde selbst erzeugen, meint Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie. Im Norden bei guten Windlagen sei es sogar möglich, mit zwei oder drei seiner Windräder den gesamten Strombedarf einer Familie zu decken, ist Hacker überzeugt.

Nur geringe Vergütung für Kleinwindstrom

"Der Markt für uns ist so klein, weil die Photovoltaik so stark ist", bedauert der Fachmann, denn die Einspeisevergütung für Kleinwindstrom liegt bei nur neun Cent pro Kilowattstunde. Die Bundesregierung habe sich bei der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aber geweigert, die kleinen Anlagen gegenüber den großen Windrädern besser zu stellen. Zudem herrsche in Deutschland ein großes Regelungsdurcheinander, denn nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen sind Anlagen bis zehn Meter Höhe genehmigungsfrei. In der Schweiz und in Österreich habe Hacker dagegen zahlreiche Kunden. Besonders Bauernhöfe oder Schulen würden sich für die Kleinwindanlagen anbieten.