Umweltfreundlich

Mit Erdwärme gegen das Glatteis

Heizen mit Erdwärme ist im Prinzip nichts Neues, was allerdings die Wenigsten wissen: Mit der Wärme aus dem Boden kann man nicht nur Gebäude heizen, sondern auch schon mal eine Straße vom Glatteis befreien. Eine Idee, die in einer Stadt in Bayern bald schon konkrete Gestalt annehmen könnte - dank einer Oberbürgermeisterin mit Visionen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Marktredwitz (red) - Bereits vor über einem Jahr hat Dr. Birgit Seelbinder in der Kreisstadt Marktredwitz das Pilotprojekt zur Nutzung von Geothermie vorgestellt, bei dem eine ganze Straße durch Erdwärme vor möglichem Glatteis bewahrt bleiben soll. Wie die Frankenpost berichtet, stieß die Oberbürgermeisterin dabei häufig auch auf Unverständnis oder sogar Spott, obwohl "Geothermie keineswegs unrealistisch, sondern Stand der Technik" sei, wie Dr. Seelbinder im Gespräch mit der Zeitung sagte.

Projekt besonders sinnvoll bei Steilstraßen

Das Ganze ist allerdings kein völlig neue Konzept, denn erste Pilotprojekte gibt es beispielsweise schon in Nordrhein-Westfalen (NRW). Auch der Oberbürgermeisterin von Marktredwitz kam die Idee zum Projekt bereits vor Jahren beim Besuch einer geologischen Tagung in München. Inzwischen haben sich bereits mehrere Unternehmen gemeldet, die ebenfalls Interesse hätten, das Projekt umzusetzen.

Starten soll das Vorhaben in der Wunsiedler Straße in Marktredwitz. Diese scheint deshalb besonders geeignet, weil sie ein starkes Gefälle hat und dadurch bei Glatteis besonders gefährlich ist, daher könnte sie als Modellversuch für weitere Bundesstraßen, die ebenfalls ein starkes Gefälle aufweisen, dienen. Viele solcher Bundesstraßen in Bayern sind bei Glätte oft stundenlang nicht befahrbar, wenn beispielsweise LKW stecken bleiben oder sich querstellen.

Erdwärme hilft Streusalz sparen

Eine denkbare Möglichkeit, die Straße zu "heizen", wäre laut der Oberbürgermeisterin dadurch gegeben, dass man mit Hilfe der entsprechenden Technik der Straße im Sommer Wärme entziehen würde. Diese könne dann in Gesteinsformationen unterhalb der Erdoberfläche gespeichert und im Winter genutzt werden. So könnte man nicht nur etwas gegen glatte Straßen im Winter tun, sondern auch den Spurrillen, die im Sommer bei großer Hitze entstehen, vorbeugen. Auch für die Umwelt wäre eine Beheizung der Straßen mit Erdwärme sinnvoll, denn so würde man im Winter jede Menge Streusalz einsparen.