Erhöhen oder nicht?

Ministerstreit um Einspeisevergütung für Windenergie

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) aufgefordert, die Preise für die Windenergie an Land nicht zu erhöhen. "Angesichts der gestiegenen Strompreise und insgesamt höherer Energiepreise halte ich dies für die falsche Richtung", schreibt Glos in einem Brief an Gabriel.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Umweltminister plant eine Preiserhöhung um 1,2 Cent pro Kilowattstunde, um die angekündigten Einschränkungen beim Ausbau der Biosprit-Produktion in Deutschland auszugleichen und die Klimaziele nicht zu gefährden. Eine Nachjustierung sei verfrüht, schreibt Glos in einem Brief vom Freitag, der der "Welt am Sonntag" vorliegt. Dies wäre auch kein positives Zeichen für solides und verlässliches Regierungshandeln.

Der Wirtschaftsminister errechnet bei einer 20-jährigen Förderungsdauer ein zusätzliches Vergütungsvolumen von 5,3 Milliarden Euro. Dies würde die Stromverbraucher zusätzlich belasten.

Glos bezweifelt, ob die Preiserhöhung überhaupt zum Ziel führt. Besser wäre es, technologische Weiterentwicklungen durch Anreize zu fördern. "Eine höhere Vergütung begünstigt vorhandene Technologien und behindert neue Entwicklungen", heißt es in dem Brief.