Trotz Ausstieg

Ministerium will Kernforschung wieder stärken

In der Debatte um die Kernenergie warnt das Forschungsministerium vor einem Verlust an kerntechnischer Kompetenz in Deutschland und stellt stärkere Anstrengungen bei der Nachwuchsförderung in Aussicht. Derzeit ist ein kerntechnisches Vollstudium nur an zwei deutschen Hochschulen möglich

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Berlin (ddp/sm) - "Der Ausstiegsbeschluss für die Kernenergie darf nicht gleichzeitig einen Ausstieg aus der Kernforschung bedeuten", sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). Es sei "alarmierend", dass es in der Bundesrepublik kaum noch Absolventen in der Kernforschung gebe.

"Der negative Trend muss umgedreht werden, wenn langfristig die fachliche Kompetenz in Kerntechnik und Reaktorsicherheit in Deutschland erhalten bleiben soll", sagte Rachel weiter. Es werde trotz des deutschen Atomausstiegs weltweit auch in den nächsten Jahrzehnten Atomkraftwerke geben. Da die Regierung beispielsweise ein Interesse an höchsten Sicherheitsstandards habe, müsse das Wissen über Kerntechnik in Deutschland weiter vermittelt werden.

Dies aber sei in Gefahr. Nach Angaben des Ministeriums sei ein kerntechnisches Vollstudium nur an zwei Hochschulen möglich: In Zittau/Görlitz und Dresden. Während es 1995 noch 30 Diplomabsolventen in diesem Bereich gegeben habe, seien es zuletzt nur noch zwei gewesen.