Puffer zu Wohngebieten

Minister will mehr Windräder in Wäldern

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger will sich verstärkt für Windkraftanlagen in Wäldern einsetzen. Seiner Meinung nach ist das Ausbauziel der Landesregierung nur auf diese Weise zu erreichen. Bei der Bevölkerung könnte gerade der Bau von Windrädern im Wald zu mehr Akzeptanz führen, weil die Bäume als "Puffer" zu Wohngebieten wirken.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Potsdam (dapd/red) - Das Ziel der Landesregierung, bis 2030 rund 10.500 Megawatt aus Windenergie zu gewinnen, sei sehr ambitioniert und könne nur erreicht werden, wenn auch Waldflächen als Standorte in Betracht gezogen würden, sagte der SPD-Politiker am Montag bei der Besichtigung der Windanlage "Altes Lager" nahe Jüterbog (Teltow-Fläming). Während es in anderen Bundesländern noch keine solchen Überlegungen gebe, sei Brandenburg hier schon einen Schritt weiter.

Erforderliche Rodungen seien vertretbar

Pro Anlage müsse durchschnittlich ein halber Hektar Wald gerodet werden, sagte Vogelsänger. Dies halte er für vertretbar. Außerdem würden die Flächen durch Ersatzaufforstungen ausgeglichen. Vogelsänger verwies zudem darauf, dass nur Flächen infrage kämen, die keine besondere Bedeutung als Schutz- und Erholungswald besitzen. Mischwälder, von denen es in Brandenburg ohnehin zu wenige gebe, schließe er beispielsweise aus.

Windkraftbetreiber räumte Konversionsfläche

Auch auf ehemals militärisch genutzten Flächen gibt es in Brandenburg Windkraftanlagen. Dazu zählt der Windpark "Altes Lager". Das Gelände gehört der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG), die als Treuhänder des Landes unter anderem für die Vermarktung von ehemaligen Militärliegenschaften verantwortlich ist. Die Fläche sei an die Firma Enercon verpachtet worden, sagte BBG-Geschäftsführerin Andrea Magdeburg. Da das Unternehmen die Zufahrt und den Bereich rund um das Windrad von Munition befreit habe, sei dies auch für das Land von Vorteil.

Landwirtschaftliche Flächen könnten verloren gehen

Der Landrat von Teltow-Fläming, Peer Giesecke (SPD), äußerte hingegen Bedenken gegenüber Windrädern im Wald. Wenn als Ausgleich für die Abholzungen andernorts aufgeforstet werde, gingen möglicherweise landwirtschaftliche Flächen verloren, warnte er.

Die Energiestrategie 2030 des Landes sieht eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch vor. Dazu soll beispielsweise die Fläche für Windkraft auf zwei Prozent der Landesfläche erhöht werden. Die Zahl der Windkraftanlagen von derzeit rund 3.000 müsste verdoppelt werden.