In Brandenburg

Mini-Sprengungen helfen bei Suche nach geothermischen Reservoirs

Mit einer Reihe von Sprengungen in der Schorfheide hat das Geoforschungszentrum Potsdam gestern ein internationales geothermisches Großprojekt gestartet. Ziel ist es, mehr über den Aufbau der oberen Erdkruste zu erfahren. An dem Vorhaben sind sieben europäische Nationen beteiligt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Lanke (ddp-lbg/sm) - In 30 Meter tiefen und jeweils 800 Meter voneinander entfernten Bohrlöchern wurden kleine Sprengladungen gezündet. Die dadurch entstehenden Schallwellen wurden auf einem Areal bis zu 40 Kilometer von der Sprengung entfernt gemessen und ausgewertet. Dadurch lassen sich insbesondere so genannte Wasserlinsen nachweisen, wie Franz Ossing vom Geoforschungszentrum erläuterte. Die neue Forschungsmethode kann nach Ansicht der Wissenschaftler als preiswerte Alternative zu teuren Forschungsbohrungen dienen.

Von den Sprengungen erhoffen sich die Wissenschaftler des Geoforschungszentrums darüber hinaus detaillierte Aufschlüsse über die seismologische Beschaffenheit der Geothermie-Bohrstelle bei Groß Schönebeck. Hier hatte das Zentrum vor drei Jahren ein 4300 Meter tiefes Loch gebohrt, um heißes Wasser für die Herstellung von Strom aus geothermischer Energie zu gewinnen. Ende Februar 2006 wird daneben eine zweite, ebenso tiefe Bohrung vorgenommen, mit der ein geschlossener geothermischer Kreislauf erreicht werden soll.