Mini-Kraftwerk für Laptop & Co.

Mini-Brennstoffzelle aus Herten soll den Weltmarkt erobern

Die Hertener Masterflex AG will als erstes deutsches Unternehmen 50-Watt-Mini-Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis in Serie produzieren. In der vergangenen Woche wurde im Hertener Zukunftszentrum der erste Teststand zur Qualitätssicherung der Serienproduktion in Betrieb genommen. Das Düsseldorfer Energieministerium fördert das Vorhaben kräftig.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Als erstes deutsches Unternehmen will die Hertener Masterflex AG Minibrennstoffzellen in Serie produzieren - und die Prognosen sehen gut aus: "Mit der Serienfertigung der 50-Watt-Mini-Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis für den Einsatz im 'Mobilen Büro der Zukunft' steigt die Firma Masterflex in ein vielversprechendes Brennstoffzellen-Marktsegment ein", sagte Nordrhein-Westfalens Verkehrs- und Energieminister Axel Horstmann Mitte vergangener Woche in Herten. Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Bechtel und dem Vorstandsvorsitzenden der Masterflex AG, Detlef Herzog, weihte Horstmann im Hertener Zukunftszentrum den ersten Teststand der Masterflex AG zur Qualitätssicherung der Serienproduktion von Brennstoffzellen ein.

Die Masterflex AG setzt stark auf diese alternative Form der Energieversorgung. Die Minibrennstoffzelle soll künftig Notebooks, Drucker und andere so genannte "Mobile Office Systeme" netzunabhängig mit Strom versorgen. Das "Minikraftwerk" besitzt ungefähr die 20-fache Kapazität eines herkömmlichen Akkus. Ein Notebook kann damit 30 bis 50 Stunden betrieben werden. Die Minibrennstoffzelle wird mit Wasserstoff aus einem Metallhydrid-Speicher versorgt. Der notwendige Sauerstoff wird der Luft entnommen.

"Ich freue mich, dass dieser Meilenstein in enger Kooperation des Herstellers mit dem Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW erreicht werden konnte. Dies eröffnet Masterflex hervorragende Chancen für interessante Zukunftsmärkte," so Minister Horstmann. Nach Einschätzung von Experten werde in diesem Marktsegment für die Brennstoffzellenanwendung als erstes die Grenze zur Wirtschaftlichkeit überschritten, da der weltweite Bedarf für Brennstoffzellen sehr groß sei.

Das 1987 gegründete Unternehmen mit Sitz in Gelsenkirchen hat sich im Laufe der Jahre Know-how bei der Entwicklung und Verarbeitung von Spezialkunststoffen erworben. Heute ist Masterflex in weltweit führender Marktposition im Bereich von High-Tech-Schlauchsystemen für Industrie und Medizintechnik tätig. Das umfangreiche Know-how nutzt man jetzt für die Herstellung von Brennstoffzellen-Systemen, wobei der Einsatz von neuartigen Materialien zu einer deutlichen Kostenreduzierung führen soll. Dieses Projekt unterstützte das Düsseldorfer Energieministerium über die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW mit rund 580.000 Euro.

Seit 1988 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 30 Millionen Euro Fördermittel für 27 Brennstoffzellenprojekte verwandt, die ein Gesamtvolumen von rund 66 Millionen Euro haben. Darüber hinaus fördert das Wissenschaftsministerium Brennstoffzellen-Projekte an Hochschulen mit rund zehn Millionen Euro. Im April 2000 gründeten Energie- und Wissenschaftsministerium das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle NRW. Rund 230 Experten aus Firmen und Forschungseinrichtungen arbeiten darin an zukunftsfähigen Lösungen für die Energieversorgung.

Weiterführende Links
  • Das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle NRW online:
  • Die Masterflex AG im Internet: