Millionenschäden durch Orkan Lothar

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Orkan Lothar hat im Netzgebiet der EnBW Energie Baden-Württemberg AG am zweiten Weihnachtsfeiertag Millionenschäden verursacht und vereinzelt auch zu länger anhaltenden Stromausfällen geführt. Das genaue Ausmaß der Schäden an Leitungen, Strommasten und Gebäuden ist noch nicht abschätzbar, die Reparaturtrupps sind auch heute pausenlos im Einsatz. Eine erste Bilanz der für den Netzbetrieb zuständigen EnBW Regional AG und der EnBW Transportnetze AG ergab: Ausfälle im Höchst- und Hochspannungsbereich konnten relativ schnell behoben werden und führten zu keinen längeren überregionalen Versorgungsstörungen. Allerdings kam es im Mittel- und Niederspannungsbereich durch Baumbruch zu zahlreichen Leitungsunterbrechungen, die zum Teil gravierende Auswirkungen hatten. Auch heute morgen waren landesweit noch mehrere Ortschaften und Aussiedlerhöfe ohne Strom.


Besonders dramatisch war die Lage in Teilen Oberschwabens, im Schwarzwald sowie auf der Schwäbischen Alb. Leitungsmasten knickten um, Leiterseile rissen oder wurden von umstürzenden Bäumen zu Boden gedrückt, vielfach kam es auch zu Kurzschlüssen durch zusammenschlagende Leitungen. In Folge dessen wurden einzelne Gemeinden, vor allem aber kleinere Teilorte, ganze Straßenzüge und zahlreiche Aussiedlerhöfe von der Stromversorgung abgeschnitten. Durch den Einsatz von Notstromaggregaten - insbesondere in der Landwirtschaft - konnten jedoch viele Einpässe überbrückt werden. Tag und Nacht wurde in den Schaltzentralen und vor Ort, bei den Reparaturtrupps der EnBW, fieberhaft gearbeitet, um die entstandenen Schäden zu lokalisieren und, wenigstens notdürftig, zu reparieren. Hierzu wurden zahlreiche Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückgerufen und alle verfügbaren Fremdfirmen eingesetzt. Die Reparaturarbeiten erfolgten unter schwierigsten äußeren Bedingungen, zum Teil mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW). Vielfach war im Reparaturbereich das Gelände unwegsam, viele Straßen auch heute noch unpassierbar, die Baumbruchgefahr nicht endgültig gebannt. Dennoch ist davon auszugehen, dass im Laufe des Tages die meisten noch verbliebenen Versorgungsstörungen auf lokaler Ebene behoben werden.