Vor Gericht

Millionenklage gegen RWE: Runde Zwei hat begonnen

Ein russischer Oligarch fordert Millionen von Energieversorger RWE wegen angeblichen Vertragsbruches. Das Landgericht in Essen hatte die Forderungen zu Beginn des letzten Jahres abgewiesen. Nun nimmt sich das Oberlandesgericht in Hamm dem Fall an.

RWE© RWE AG

Hamm - Das Oberlandesgericht in Hamm beschäftigt sich am Montag mit einer Millionenklage gegen den Energieriesen RWE. In einer Berufungsverhandlung muss das Gericht nach eigener Ankündigung den geplatzten gemeinsamen Kauf des russischen Stromversorgers TGK-2 durch RWE und den russischen Sintez-Konzern näher beleuchten. Die Essener hatten sich 2008 kurzfristig aus dem Geschäft zurückgezogen.

Das russische Unternehmen des Oligarchen Leonid Lebedew verlangte daraufhin Schadenersatz über 691 Millionen Euro von RWE und dem damaligen Konzernchef Jürgen Großmann wegen Vertragsbruchs.

Klage gegen RWE in erster Instanz abgelehnt

Das Landgericht Essen hatte diese Forderung im März 2015 in der ersten Instanz abgelehnt und berief sich dabei auf ein Verfahren an einem Schiedsgericht in London. Die Londoner Richter hatten die Klage der Sintez-Gruppe im Bezug auf RWE zurückgewiesen. Da Großmann bei diesem Verfahren aber keine Rolle spielte, ließen die Essener Richter hier die Klage zu. Dagegen ging der Manager in Berufung. Die Sintez-Gruppe wiederum ging in Berufung wegen der Ablehnung ihrer Klage in der ersten Instanz.

Quelle: DPA