Nach Unwettern

Millionen Haushalte in den USA ohne Strom

Schwere Gewitter haben im Osten der USA dafür gesorgt, dass rund zwei Millionen Haushalte ohne Stromversorgung auskommen müssen. Ein Problem, das die Schwierigkeiten in die Länge zieht, ist die beschädigte und ohnehin verbesserungsbedürftige Infrastruktur. So könnte es noch mehrere Tage dauern, bis die Stromversorgung wieder läuft.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Washington (red) - Neben den Problemen mit der Stromversorgung sorgten die Unwetter auch dafür, dass der Zugverkehr teilweise ausfiel und auch der Notruf vielerorts nicht mehr erreichbar war. Mehrere Menschen (die Angaben variieren und liegen derzeit zwischen 17 und 22) starben aufgrund der Stürme, meist wohl durch umstürzende Bäume. Die Stürme erreichten Geschwindigkeiten von fast 150 Stundenkilometern.

Über eine Million Menschen in der Hauptstadt ohne Strom

Der Stromausfall betrifft allein im Großraum Washington rund 1,1 Million Menschen. Umstürzende Bäume hatten Berichten zufolge die Leitungen heruntergerissen, man kommt mit den Aufräumarbeiten einfach nicht nach. Weiterhin betroffen sind die Bundesstaaten Ohio, West Virginia und Maryland. Umso schlimmer, dass derzeit auch eine Hitzewelle herrscht, die mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad die Situation verschärft.

Wetterlage soll weiter anhalten

Nicht nur verderben Lebensmittel ohne Kühlung, gerade älteren Menschen macht auch die Hitze an sich zu schaffen. Um Abhilfe zu schaffen, wurden mehrere "Kühlzentren" eingerichtet, in denen die Menschen Zuflucht suchen können. Die Hitze soll die nächsten Tage noch anhalten. Der Wetterdienst spricht laut Focus von "erbarmungsloser Hitze" und weiterhin heftigen Gewitterstürmen.

USA leidet unter maroder Infrastruktur

Jetzt wird vielerorts wieder Kritik laut, die Infrastruktur der USA sei rückständig und marode. Stromausfälle nach Unwettern seien keine Seltenheit und in der Hauptstadt Washington ohnehin an der Tagesordnung, was an oberirdischen Stromtrassen liege, an denen zudem Bäume gepflanzt sind. Laut Focus hatte das Weiße Haus zwar im Budgetentwurf für 2012 Infrastrukturfragen als "kritisch" bezeichnet, bis in den Wahlkampf habe das Thema es jedoch aufgrund von Geldmangel nicht geschafft.