Kernenergie

Milliardenverluste bei Stromriesen: Kunden könnten das Nachsehen haben

Der geplante Atomausstieg könnte bei den großen Stromkonzernen zu erheblichen Einbußen führen, schließlich zählen sie auch zu den großen Kernkraftwerksbetreibern. Die Milliardenverluste werden sich vermutlich auch auf die Strompreise auswirken.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Der Atomausstieg droht drastische Spuren in den Bilanzen der deutschen Kernkraftwerksbetreiber zu hinterlassen. Einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zufolge könnten sich die Einbußen der vier deutschen Atomkraftwerkbetreiber E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall durch die schnelle Abschaltung der Reaktoren auf einen Barwert von bis zu 22 Milliarden Euro summieren. Vermutlich werden die Konzerne einen Teil dieser Verluste durch steigende Strompreise ausgleichen.

Mit Gewinn in Höhe von 34 Milliarden Euro gerechnet

Nach Berechnungen der LBBW hätten die Reaktorbetreiber vor der Fukushima-Katastrophe dank der von der schwarz-gelben Bundesregierung durchgesetzten Laufzeitverlängerung mit Gewinnen in Höhe von bis zu 34,3 Milliarden Euro rechnen können. Durch den schnellen Ausstieg bis 2022 verringere sich diese Summe nun drastisch auf 12,8 Milliarden Euro.

EON fordert Ausgleich von Bundesregierung

Auch wenn kurzfristig dürften die negativen Effekte dominieren: RWE könnte im besten Fall bis 2025 sogar vom Kernkraftausstieg profitieren, sagte Analyst Bernhard Jeggle. Schlechter seien die Aussichten für E.ON.Deutschlands größtem Energieversorger drohten in jedem durchgerechneten Szenario Einbußen in Milliardenhöhe. Der Konzern kündigte gleichzeitig an, er wolle von der Bundesregierung einen Ausgleich für die seinen Aktionären durch den schnellen Atomausstieg entstehenden Vermögensschäden fordern.